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Wohin?

Ruth Bai-Pfeifer über Johannes 6,68.

Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.

Johannes 6,68

Die Stimme meiner Freundin tönt verzweifelt! Sie ruft mich aus dem Krankenhaus an. Sie schluchzt ins Telefon: „Es geht mir richtig schlecht. Die ganze Hüfte ist entzündet. Meine Entzündungswerte sind sehr hoch. Die Ärzte wissen nicht mehr, was sie noch machen sollen. Morgen werde ich wieder operiert – zum dritten Mal. Ich bete um Heilung, aber Gott greift nicht ein. Wo ist der Gott, an den ich mein ganzes Leben geglaubt habe? Der Boden unter meinen Füßen ist wie weg. Ich bin total verzweifelt. Am liebsten möchte ich nur noch sterben!“

Solche Telefonate habe ich im letzten Jahr noch einige bekommen. In diesem Moment rang ich um Worte. Ich versuchte zu trösten, Mut zu machen, die Hoffnung wachzuhalten und für meine Freundin zu glauben. Zu jenem Zeitpunkt wusste ich nicht, ob sie diese schwere Krankheit überstehen würde. Aber eins wusste ich und das sprach ich ihr zu: „Der Gott, an den du dein ganzes Leben geglaubt hat, ist immer noch da. ER ist auch im dunkeln Tal bei dir. ER verlässt dich nicht.“ Und dann haben wir zusammen gebetet: „Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens! Nur bei dir finden wir Ruhe in aller Verzweiflung.“ Ich habe meiner Freundin jeden Tag ein Bibelwort oder ein Lied oder sonst einen Gruß geschickt. Und ich habe für sie gebetet. Denn wohin soll ich mit dieser Not sonst gehen?

Das heutige Bibelwort erinnert mich daran, dass es nichts Besseres gibt, als sich auch in den schwierigsten Situationen des Lebens an Jesus zu wenden.

In der Bibel spricht Jesus davon, dass er das Brot des Lebens sei. Nur wer von diesem Brot isst, wird leben. Die Menschen, die zuhören, sind empört, dass er so etwas so explizit sagt. Deshalb wenden sich viele, die ihm gefolgt waren, von ihm ab. Da stellt Jesus seine Jünger vor die Wahl: „Wollt ihr auch weggehen und mich verlassen?“ Ganz überzeugt sagt Petrus zu Jesus: „Herr, wohin sollen wir denn gehen? Nur du hast Worte des ewigen Lebens!“

Für mich hat dieses Bibelwort aus Johannes 6, 68 im Zusammenhang mit dem Erleben meiner Freundin wieder einmal mehr Gewicht bekommen. Die dritte Operation meiner Freundin ist über Erwarten gut gegangen. Die Ärzte fanden schlussendlich heraus, welches Bakterium den Schaden in der Hüfte angerichtet hatte und konnten das richtige Antibiotikum geben. Meiner Freundin ging es von Tag zu Tag besser. Nach 9 Wochen Krankenhaus-Aufenthalt erholte sie sich wieder von dieser schweren Krankheit und durfte endlich nach Hause.

Wenn es schwierig wird im Leben, wenn die Tage nur noch dunkel und schwer zu sein scheinen, wenn die Lage hoffnungslos ist, dann kann diese Frage schon laut werden: „Wo ist denn nun mein Gott? Wo finde ich noch Halt?“ Wie gut ist es, wenn ich gerade dann in meiner Verzweiflung sagen kann: „Herr, wohin soll ich gehen? Nur du hast Worte des ewigen Lebens! Bei dir bin ich immer aufgehoben. Du bringst mich durch – bis ins ewige Leben. Danke, dass du mich auch jetzt festhältst und durchträgst.“

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Anstoß

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Kommentare

Jacqueline G. /

Danke liebe Ruth! Ein wertvoller Beitrag!
Er hilft vielleicht heute meiner Schwester in ihrer hoffnungslosen Lebensphase. Sie kennt dich von den Behindertentreffen, hat Klavier gespielt. Ihr Mann ist im Pflegeheim, an PSP erkrankt.