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Welch eine Befreiung!

Die Bibelstelle Lukas 13,12-13 – ausgelegt von Andrea Hoppstädter.

Jesus sprach zu ihr: Frau, du bist erlöst von deiner Krankheit! Und legte die Hände auf sie; und sogleich richtete sie sich auf und pries Gott.

Lukas 13,12-13

Nur wenig weiß ich von dieser Frau. Noch nicht einmal ihren Namen erfahre ich. Dafür aber, wie sehr sie geplagt ist. Achtzehn lange Jahre ist ihr Blick auf den Boden gerichtet. Der Straßenstaub ist ihr somit bestens bekannt. Mitleidige oder spöttische Blicke wird sie nur erahnen. Bestimmt beugt sich nicht nur ihr Rücken in den Jahren immer noch weiter nach unten, sondern auch ihre Seele.

Ob sie längst resigniert hat, die Hoffnung auf Heilung aufgegeben, ob sie Gott deswegen sogar anklagt, auch das erfahre ich nicht. Aber immerhin finde ich diese Frau in der Synagoge. So scheint sie doch Gottes Nähe zu suchen. Unter all den Blicken, die sie jetzt dort wieder treffen, begegnet Jesus ihr nun mit einem Blick voller Liebe. Ob sie ihn überhaupt sehen kann? Zumindest hört sie, wie er sie ruft und sie kommt zu ihm. Dann hört sie seine vollmächtigen Worte und spürt seine heilenden Hände. Im 13. Kapitel des Lukasevangeliums lese ich in den Versen 12 und 13: „Jesus sprach zu ihr: Frau, du bist erlöst von deiner Krankheit! Und legte die Hände auf sie; und sogleich richtete sie sich auf und pries Gott.“ 

Welch eine Befreiung! Endlich kann diese leidgeprüfte Frau wieder aufatmen. Ihrer Umwelt, die sie jetzt wieder richtig erfassen kann, gilt nun jedoch nicht ihre erste Aufmerksamkeit, sondern sie wendet sich zuerst mit Lob und Dank an Gott. Denn er ist ihr in seinem Sohn Jesus begegnet.

Auch heute gehen Menschen gebeugt durch ihr Leben. Vielleicht weniger sichtbar, sondern vielmehr innerlich niedergedrückt. Denn jeder Mensch trägt doch mehr oder weniger Lasten mit sich. Einige werden mir schon in die Wiege gelegt. Dazu kommen dann noch alle, die mir das Leben auflädt, darunter auch Lasten, die ich mir selbst oder andere mir aufladen. Aber auch wenn es vielen Menschen unbewusst ist, so ist doch meine größte Last die Trennung von Gott.

Davon ist jeder Mensch seit dem Sündenfall betroffen. Aber von dieser Last kann ich heute schon befreit werden. Denn Jesus hat alle Schuld für mich ans Kreuz getragen. Und er lädt mich ein, diese Last im Gebet bei ihm abzulegen. So erleben auch heute Menschen, dass Jesus sie wieder aufrichtet, weil sie durch ihn Vergebung der Sünden und dadurch Versöhnung mit Gott, dem Vater, erfahren.

Vielleicht fühlen auch Sie sich gebeugt unter Ihren Lasten. Vielleicht sind es Lasten, von denen kein Mensch weiß. Lasten, die sie immer wieder vergeblich versuchen wegzudrängen. Und Sie sehnen sich so sehr danach, auch wieder aufgerichtet zu werden. Wenn Jesus auch nicht leibhaftig auf Sie zukommt wie bei der gekrümmten Frau, so können Sie dennoch gewiss sein, dass er Sie mit all ihrer Last zu sich ruft. Denn sein Ruf aus dem 11. Kapitel des Matthäusevangeliums gilt Ihnen und mir: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken!“

Auch auf meine wunde Seele hat Jesus seine Hände gelegt. Meine Schuld hat er mir abgenommen. Von manchen Lasten mich teilweise oder ganz befreit.  Und bei den Lasten, die ich in der Welt noch trage, erfahre ich seinen Beistand und sein Mittragen. - Auch Sie schaut Jesus mit einem Blick voller Liebe an und er freut sich, wenn Sie seinem Ruf folgen und mit aller Last zu ihm kommen.

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