/ Wort zum Tag
Nachfolger gesucht
Die Bibelstelle Jesaja 6,8 – ausgelegt von Hans-Georg Filker.
Ich hörte die Stimme des Herrn, wie er sprach: Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein? Ich aber sprach: Hier bin ich, sende mich!
Haben Sie ihre Nachfolge schon geregelt? Welche Nachfolge? Diese Frage kann sich auf ganz unterschiedliche Lebensbereiche beziehen. Es gehört zum Lauf des Lebens, dass ein Engagement zum Beispiel in einem Verein, in der Gemeinde oder im Beruf endet und eine Nachfolgerin und ein Nachfolger gebraucht werden. „Keiner ist unersetzlich“, sagt man. Aber es ist gut, wenn ein geeigneter Mensch gefunden wird, und die Nachfolge rechtzeitig geregelt werden kann. Und es ist gut, wenn jemand, der Verantwortung getragen und sich engagiert hat, auch aufhören kann. Vermutlich haben Sie jetzt einige Beispiele vor Augen.
Ich möchte mit Ihnen einmal die Blickrichtung wechseln, in den Spiegel – den aus Glas – schauen. Vielleicht kommt das jetzt für Sie überraschend.
Im Vertrauen gefragt: wären Sie bereit, sich auf ein neues Engagement einzulassen, wenn Sie gefragt würden? Oder wenn Sie sehen, dass irgendwo jemand dringend gebraucht wird?
Und Sie das auch von Ihren Möglichkeiten und Begabungen könnten? Bzw. andere es Ihnen zutrauen?
Manchmal geht es um Verantwortung in einem kleinen Bereich, der aber wichtig für eine Familie, für die Nachbarschaft, für eine Gemeinde, einen Verein, oder für das soziale Umfeld sein kann.
Vermutlich haben Sie auch Situationen erlebt, in denen eine Frage, eine Bitte um Hilfe im Raum stehen, und die Anwesenden den Blick senken oder sich eine gewisse Schwerhörigkeit auszubreiten scheint. Eltern von schulpflichtigen Kindern kennen die peinliche Stille, die auftreten kann, wenn es um Verantwortungsübernahme in der Elternversammlung geht.
Verantwortung, das ist das Stichwort. „Antwort“ steckt darin. Voran steht eine Frage. Dann geht es um eine Reaktion. U.A.w.g. - um Antwort wird gebeten, steht auf besonderen Einladungen. Wer nicht reagiert, wird vielleicht irgendwann nicht mehr gefragt.
Manchmal kommen überraschende Anfragen. So geschehen bei einem jungen Mann in Israel, vor 2500 Jahren. Von ihm wird im Buch Jesaja in der Bibel berichtet:
„Ich hörte die Stimme des HERRN, wie er sprach: Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein? - Ich aber sprach: Hier bin ich, sende mich!“
Jesaja reagiert auf Gottes Frage. Seine Berufung wurde seine Mission. Jesus nimmt das mit einem Bild aus der Landwirtschaft auf. Er sagt: „Die Ernte ist groß. Bittet den Herrn, dass er Arbeiter in die Ernte sendet.“ Mitarbeiter gesucht. Nachfolger!
Dabei geht es ja nicht darum, Jesus zu ersetzen, sondern in seiner Spur zu gehen. Er hat auf die Herrschaft Gottes hingewiesen, die uns nahe ist. Es gibt viel zu tun.
Moment, sagen Sie vielleicht jetzt. Was habe ich damit zu tun? Ich bin weder Prophet noch Jünger. Mag sein, aber Gott fragt nach uns allen. Adam, Mensch, wo bist Du? Diese Frage gilt auch Ihnen. Sie sind ein reichhaltig begabter und von Gott gefragter Mensch. Mit Ihrem Leben geben Sie jeden Tag praktisch eine Antwort. Wie sieht sie aus?
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