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Halte durch!

Die Bibelstelle 1. Petrus 1,6-7 – ausgelegt von Gudrun Weber.

Ihr werdet euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, auf dass euer Glaube bewährt und viel kostbarer befunden werde als vergängliches Gold.

1. Petrus 1,6–7

Egal, ob Küste oder Schwarzwald: Mein Nachbar freut sich jedes Jahr auf eine Radtour mit Freunden.  Aber: Gegenwind und Regen können den Fahrspaß vergraulen. Doch er sieht es locker: „Da beißt du dich halt durch,“ sagte er. „Danach freut man sich, es geschafft zu haben.“

„Da beißt du dich halt durch“… dieser Satz geht mir nach. Auch wenn ich keine großen Radtouren unternehme: Situationen zum „Durchbeißen“ gibt es trotzdem. Nur: Sehe ich das dann auch so zuversichtlich wie mein Nachbar? Oder ist mir das Klagelied näher als die Durchhalteparole?

Ein Problem, das auch Petrus anspricht. In seinem ersten Brief, Kapitel 1 Verse 6 und 7 schreibt er:

Ihr werdet euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, auf dass euer Glaube bewährt und viel kostbarer befunden werde als das vergängliche Gold.

Sie hatten es nicht einfach, die Empfänger dieses Briefes. In Vers 1 lese ich, dass sie verstreut in verschiedenen Provinzen wohnten. „Mitten unter Menschen, die nicht an Christus glaubten“, heißt es da (HfA). Damit waren Anfeindungen verbunden. Oder sogar tätliche Angriffe. Diese Christen lebten im Gegenwind. In der Anfechtung. In der inneren Spannung: Durchhalten oder Aufgeben?

Durchhalten oder Aufgeben – dieser Gedanke kommt mir bekannt vor. Vor allem, wenn mir Gegenwind um die Ohren pfeift. Wenn Nöte das Leben schwer machen. Hiob bekam, als er sehr krank war, von seiner Frau den Rat: „Mach doch Schluss mit Gott und stirb!“ (Buch Hiob, Kapitel 2 Vers 9). Aber Hiob hielt durch. Hielt an Gott fest. Obwohl er Gottes Handeln nicht verstehen konnte. Und mit Zweifeln zu kämpfen hatte.

Durchhalten oder Aufgeben – am Aufgeben ist jemand ganz besonders interessiert. Und zwar der, der jede Beziehung zu Gott untergraben oder zerstören will. Die Bibel nennt seine Namen: Satan, Verführer, Vater der Lüge, Teufel oder Feind. Dieser Angreifer handelt listig und verschlagen. Er weiß genau, mit welchen Tricks er Menschen im Glauben an Gott verunsichern kann.

Das hört sich erschreckend an. Und ist es auch. Aber: Dieser furchtbare Feind ist ein besiegter Feind. Jesus rief am Kreuz: „Es ist vollbracht“. Das war ein Siegesruf! Jesus siegte nicht nur über die Macht der Sünde und des Todes. Er siegte auch über die Macht des Teufels. Dieser Sieg macht mich frei. Frei von Schuld und Versagen. Frei aber auch in Zeiten des Gegenwinds. Wenn der Teufel mir mit Zweifeln, Ängsten oder bedrückenden Gedanken zusetzen will: Vor Jesus muss er weichen. Wenn ich bete, wenn ich mit Jesus rede, dann hat der Feind nichts mehr zu sagen.

Durchhalten oder Aufgeben – mit Jesus halte ich durch. Und werde mich freuen. Weil mein Glaube die Probe bestanden hat. Und damit einen Wert bekommt, den kein Goldpreis aufwiegen kann. Dazu eine Belohnung. Davon spricht der letzte Satz von Vers 7. Da heißt es: „Lob, Preis und Ehre werdet ihr dann an dem Tag empfangen, an dem Christus für alle sichtbar kommt.“ Unvorstellbar – aber sichere Zukunft. Daran will ich denken. Vor allem, wenn es eine Strecke zum „Durchbeißen“ gibt.
 

Infos zum 1. Petrusbrief:

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