/ Wort zum Tag
Gute Nachrichten
Die Bibelstelle Jesaja 64,8 – ausgelegt von Christa Weik.
HERR, zürne nicht so sehr und gedenke nicht ewig der Sünde! Sieh doch an, dass wir alle dein Volk sind!
In Zeiten weltweiter Herausforderungen sehnt sich der Mensch nach guten Nachrichten, die ihn ermutigen und trösten. Eine solch gute Nachricht lesen wir beim Propheten Jesaja in Kapitel 64, Vers 8: „HERR, zürne nicht so sehr und gedenke nicht ewig der Sünde! Sieh doch an, dass wir alle dein Volk sind!“
Warum bezeichne ich diese drei Bitten als gute Nachricht?
Zum Hintergrund: Jesaja war ein Prophet Israels und stammte aus dem Südreich Juda. Er wurde Mitte des achten Jahrhunderts vor Christus von Gott zum Propheten berufen und wirkte mehrere Jahrzehnte unter vier Königen Judas. Darüber hinaus hatte er auch Botschaften für das Nordreich Israel. Als Prophet hatte er die Aufgabe, den Willen Gottes an die politische und geistliche Führung sowie an das Volk weiterzugeben; er sollte ermahnen und trösten. Weil sich die Herrschenden und das Volk nicht mehr unbedingt auf Gott allein verließen, sondern sich zeitweise von anderen Königen abhängig machten und auch Götzendienst betrieben, warnte Gott sein Volk durch seine Boten: Kehrt um von euren falschen Wegen! Vertraut mir allein. Dann segne ich euch. Sonst wird euch mein Gericht treffen.
Doch es war vergeblich. Jesaja erlebte 722 vor Christus die Wegführung der Israeliten im Nordreich in die Gefangenschaft in Assyrien mit. Und er wies auf die im Jahr 606 vor Christus beginnende Wegführung der Bewohner des Südreiches Juda in die Gefangenschaft nach Babylon hin. Sie sollte siebzig Jahre dauern (Jeremia 25,11-12). Gott gab seinem Propheten zugleich die Vorausschau in die Zeit des Exils und danach. Erlösung, Heil und Frieden sollten sie kennzeichnen.
Warum bezeichne ich den heutigen Bibelvers als Ermutigung? „HERR, zürne nicht so sehr und gedenke nicht ewig der Sünde! Sieh doch an, dass wir alle dein Volk sind!“
Erstens: Der Beter spricht Gott als HERRN an. Einen Vers vorher bekennt er: „Du bist unser Vater“ und weist damit auf die persönliche Beziehung zwischen Gott und seinem Volk hin.
Zweitens: Der Beter erkennt seine Sünde! Jetzt, in der Zeit des Exils, begreift er: Wir sind vor unserem Gott schuldig geworden. Wir haben ihm nicht vertraut, sondern sind eigene Wege gegangen, die Gott nicht ehren. Der Beter weiß um den Zorn Gottes über die Sünde und den, der die Sünde nicht lassen will. Sein Bekenntnis ist zugleich die Bitte um Vergebung.
Drittens: Er drückt es deutlich aus: Wir sind doch alle (im Nordreich Israel und im Südreich Juda) dein Volk.
„Herr, zürne nicht …, gedenke nicht ewig …, sieh doch an …“ - so dürfen auch wir beten. Jesus ist gekommen, um uns mit dem Vater zu versöhnen: Wer den Sohn hat, der hat das Leben, weil Jesus den Zorn Gottes auf sich genommen hat, als er am Kreuz für uns starb (Johannes 3,36)
Seine Vergebung deckt unsere Sünde zu, sie kommt bei ihm nicht mehr zur Sprache. Und wer im Glauben an ihn lebt, darf wissen: Ich bin sein Kind, er sieht mich als liebender Vater an.
Leiden Sie in diesen Tagen unter Schuld und Versagen oder stecken Sie in besonderen Nöten? Dann reden Sie mit dem Herrn darüber, wie wir es bei Jesaja lesen. Freuen Sie sich an der guten Nachricht, dass seine Augen liebend und vergebend auf Sie gerichtet sind und gehen Sie froh und getrost durch den heutigen Tag.
© KI Generiert von Elmira/
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