/ Wort zum Tag
„Shalom – Meinen Friede gebe ich Dir“
Die Bibelstelle Haggai 2,9 – ausgelegt von Mike Lange.
Ich will Frieden geben an dieser Stätte, spricht der HERR Zebaoth.
Manchmal komme ich an Baustellen vorbei, die sich schon seit etlichen Jahren in genau dem gleichen Zustand befinden. Dauerbaustellen. Bauruinen von halbfertigen Häusern. Merkwürdig anzuschauen. Ich frage mich manchmal, was wohl die Ursachen für diesen Stillstand sind? Und wie sich die Eigentümer und Bauleute bei diesem Anblick fühlen?
In der Bibel, im Buch des Propheten Haggai wird von einer Bauruine berichtet, die seit 16 Jahren mitten im Herzen von Jerusalem steht. Die Rede ist vom Tempel Gottes. Um exakt zu sein, vom zweiten Tempel. Der erste Tempel wird durch die Babylonier zerstört. Das Volk Israel wird in die Gefangenschaft, ins Exil nach Babylon verschleppt.
Nach circa 70 Jahren im Exil kehren die Israeliten nach Jerusalem zurück. Sie wollen den zerstörten Tempel wiederaufbauen. Zumal Gott sie dazu beauftragt und dabei unterstützt.
Voller Tatkraft legen sie los. Das Fundament des Tempels ist fertig. Und plötzlich gerät der Bau ins Stocken. Die Jerusalemer bauen stattdessen ihre eigenen Häuser weiter. Gott ist entsetzt. Die heilige Stätte Gottes auf Erden ist ein Trümmerhaufen.
Hier kommt der Prophet Haggai ins Spiel. Während Gottes Volk in schönen Häusern wohnt, verkündet Haggai Gottes deutliche Zurechtweisung. Das Volk kümmert sich zuerst um seine eigenen, persönlichen Bedürfnisse, schafft sich einen angenehmen Lebensstil und vernachlässigt den Dienst für Gott.
Haggai macht dem Volk deutlich, dass es wichtiger ist, Gott zu dienen, als das eigene Wohl zu suchen. Diese Tatsache stellt mich persönlich auch tagtäglich vor Herausforderungen.
Doch Gott unterstützt und motiviert mich dabei. So, wie er die Jerusalemer vor ca. 2.500 Jahren ermutigt hat, dranzubleiben. Gott zeichnet den Menschen ein wunderbares, herrliches Bild vom neuen Tempel vor Augen.
In Haggai 2,9 spricht Gott: „Ich will Frieden geben an dieser Stätte, spricht der HERR Zebaoth.“
Der „HERR Zebaoth“: ich finde, dass ist einer der schönsten Namen für Gott in der Bibel. Die Bedeutung „HERR der Heerscharen“ macht deutlich, dass Gott unzählige Heere an Engeln und Dienern in der geistlichen Welt zur Verfügung stehen.
Gott motiviert sein Volk mit der herrlichen Aussicht, dass er an der Stätte des neuen Tempels Frieden geben will. Ja richtig, unser gütiger Gott will uns seinen himmlischen Frieden geben. Es verlangt Gott selbst danach, dass er seinen Menschen wieder die Gelegenheit gibt, diesen Frieden zu empfangen und zu erleben.
Im hebräischen Urtext steht an dieser Stelle das Wort Shalom. Shalom bedeutet wesentlich mehr als Frieden im Sinne von Ruhe oder die Abwesenheit von Kriegen und Konflikten.
Shalom beschreibt einen Zustand der Vollständigkeit, der Ganzheit, der Balance und der Harmonie zwischen Mensch und Gott, sowie zwischen allen Menschen und Dingen. Wenn wir uns in diesem himmlischen Shalom befinden, dann mangelt es uns an nichts. Wir sind vollständig. Wir sind heil.
Shalom bedeutet Glück, Gesundheit, Wohlstand, Sicherheit, Harmonie, göttliche Perfektion.
Hätte ich zu jener Zeit in Jerusalem gelebt, ich wäre bei diesem Ausblick auf Gottes Shalom heute früh der Erste an der Baustelle gewesen, um an Gottes Tempel mitzubauen. Doch was mache ich jetzt?
Der Sohn Gottes, Jesus Christus hat diesen himmlischen Shalom für uns auf die Erde gebracht. Im Johannes Evangelium, Kapitel 14, Vers 27 lese ich: „Was ich euch zurücklasse, ist Frieden: Ich gebe euch meinen Frieden – einen Frieden, wie ihn die Welt nicht geben kann. Lasst euch durch nichts ´in eurem Glauben` erschüttern, und lasst euch nicht entmutigen!“ (NGU)
Ich wünsche Ihnen heute, dass der HERR Zebaoth sein Angesicht über Ihnen strahlen lässt und Ihnen seinen himmlischen Shalom schenkt.
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