Navigation überspringen

/ Wort zum Tag

Es klopft!

Die Bibelstelle Offenbarung 3,20 – ausgelegt von Herbert Laupichler.

Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir.

Offenbarung 3,20

Als unsere Kinder noch klein waren, vergaßen sie oft, dass es neben der Haustür einen Klingelknopf gab. Und wenn sie dann ins Haus wollten, klopften sie energisch an die Haustür, anstatt den Knopf für die Klingel zu drücken.  Auch forderten sie lautstark den sofortigen Einlass. Denn oft genug war es für sie sehr dringend ins Haus zu kommen.

Daran wurde ich erinnert, als ich den Lehrtext zur Losung der Herrnhuter Brüdergemeine für heute las.

Da schreibt der Apostel Johannes in dem Sendschreiben an die Gemeinde in Laodizea: Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir. Nachzulesen in dem Buch der Offenbarung, Kapitel 3 Vers 20.

Jesus steht vor der Tür der Gemeinde. Aber da gehört er doch überhaupt nicht hin? Ist er nicht der Herr der Gemeinde? Was muss nur dort geschehen sein, dass Jesus nicht mehr mitten unter ihnen sein kann? Warum steht Jesus vor der Tür und klopft an?

Der Zustand der Gemeinde wird in diesem Sendschreiben recht schonungslos beschrieben. So wie das kalte Wasser aus dem Gebirge wegen der langen Leitung nur noch lauwarm in Laodizea ankam, hatte sich auch das Denken in der Gemeinde verändert.

So waren sie äußerlich wohl noch religiös, innerlich aber selbstzufrieden, bequem, ohne brennende Liebe zu Jesus Christus.

Die Stadt Laodizea war eine reiche Stadt, die Textilindustrie florierte ebenso wie die Herstellung von pharmazeutischen Produkten. Die Bewohner konnten stolz auf sich sein. Unabhängig fühlten sie sich und dieses Denken hatten auch die Christen in der Gemeinde übernommen. Sie brauchen Jesus nicht mehr. Sie waren mit sich selbst zufrieden.

Aber Jesus hält ihnen seinen Spiegel vor. Für ihn sind sie elend, jämmerlich, arm, blind und bloß. Und um dem abzuhelfen, bietet er ihnen aus seinem Schatz symbolisch wertvolles Gold an, weiße Kleider und Salbe zum Öffnen der Augen. Jesus will eins zu eins ihren Mangel ausgleichen. Will ihnen eine zweite Chance geben.

Sicher lief vieles verkehrt in der Gemeinde in Laodizea. Aber trotzdem lässt Jesus sie nicht fallen, kehrt ihnen nicht den Rücken zu. Sondern ganz im Gegenteil. Ihnen zugewandt steht er vor der Tür, klopft an und bittet um Einlass.

So wie bei unseren Kindern damals, spüre ich auch hier, dass dringend um Einlass gebeten wird.

Denn wer anklopft, erwartet das ihm die Tür möglichst bald von innen geöffnet wird. Aber Jesus klopft nicht nur an. Er lässt auch seine Stimme hören. Er lässt die Gemeinde nicht im Unklaren, dass er, Jesus Christus, vor der Tür steht. Sicher wünscht sich Jesus mit diesem Sendschreiben ein Umdenken der ganzen Gemeinde. Aber er ist realistisch und weiß, dass nur Einzelne seine Stimme hören und ihm die Tür öffnen werden.

Das Sendschreiben richtet sich wohl an die ganze Gemeinde. Aber nur Wenige lassen Jesus eintreten. Und denen verspricht er, gemeinsam mit ihnen zu essen, Damals wie heute ein Ausdruck von Gemeinschaft.

Wie der weitere Verlauf des Sendschreibens zeigt, sucht Jesus nicht die flüchtige Begegnung. Sondern er sagt eine dauerhafte Verbindung mit ihm in der Ewigkeit zu.

Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Das galt damals zunächst der Gemeinde in Laodizea. Aber auch heute muss sich jeder Einzelne in einer Gemeinde im Lauf der Zeit immer wieder selbstkritisch fragen, steht Jesus auch vor unserer Tür? Bin ich vielleicht die- oder derjenige, der Jesus die Tür öffnen soll? Und zum Schluss muss ich mich auch immer wieder fragen, bin ich etwa lau geworden? Klopft Jesus vielleicht gerade jetzt an meine Tür? Bittet wieder neu um Einlass in mein Leben?

Sie möchten noch tiefer in die Bibel eintauchen? Wir empfehlen unsere Sendereihe:

Anstoß

Ihr Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht. Bitte beachten Sie beim Schreiben Ihres Kommentars unsere Netiquette.
Schreib uns