/ Wort zum Tag
Wenn mir das Leben zusetzt
Die Bibelstelle Psalm 97,11 – ausgelegt von Martina Arp.
Dem Gerechten muss das Licht immer wieder aufgehen und Freude den aufrichtigen Herzen.
Das Leben kann mir ganz schön zusetzen. Meine Nachbarin wird in einigen Wochen arbeitslos, ein Arbeitskollege hat Krebs, einer guten Bekannten wird das Pachtgrundstück für ihren Schrebergarten gekündigt. Sie hat seit Jahren jeden Cent in die Instandhaltung und Verbesserung des kleinen Häuschens gesteckt, das auf dem Grundstück steht, und nun muss sie es verlassen oder sogar abreißen.
Solche Situationen können jeden treffen, ob ich nun Christ bin oder nicht. Und es gibt auch kein Patentrezept, damit umzugehen.
Aber es gibt doch einen Unterschied: Wer auf Gott vertraut, dem gelten die Versprechen, die Gott in der Bibel seinen Leuten macht. Ein Beispiel ist Psalm 97 Vers 11: Dem Gerechten muss das Licht immer wieder aufgehen und Freude den aufrichtigen Herzen. – Dieses Wort hat mich schon oft getröstet und ermutigt. Das ist mehr als die vage Hoffnung: „Kopf hoch, das wird schon wieder“, und zwar, weil Gott es sagt: dem Gerechten „muss“ das Licht immer wieder aufgehen, das hat Gott in die Ordnung des Lebens so eingearbeitet. Es ist so etwas wie ein geistliches Gesetz, ein Pendant zu den Naturgesetzen. Dem Gerechten muss das Licht so natürlich wieder aufgehen, wie jeden Morgen die Sonne wieder aufgeht. Und wie mit dem Licht geht es auch mit der Freude.
Egal, was mir passiert: Gott ist da, Gott ist real, Gott regiert und er liebt Sie und mich. Er hat das Leben seiner Kinder in der Hand. - Das heißt nicht, dass er mir immer alles gibt, was ich mir wünsche oder es mir so bequem wie möglich macht. Das tut er nicht – Gott wird mir manches zumuten, damit ich im Glauben wachse und mich auch ein Stück weit löse von allem, woran mein Herz hängt, und was doch vergänglich ist, was ich nicht festhalten kann.
Im Hebräischen lautet Psalm 97 Vers 11 anders. Da steht nicht: Dem Gerechten muss das Licht immer wieder aufgehen, sondern: Licht ist dem Gerechten gesät und Freude den von Herzen Aufrichtigen. Gott wird uns immer wieder Lichtblicke und Freude schenken, ja, die liegen auf unserem Weg bereit und gehen – wie Blumensamen - auf zu ihrer Zeit. Sei es, dass ich den Sinn von erfahrenem Leiden verstehe oder sei es, dass Gott mir in diesem Leiden so nahe kommt, wie vorher noch nie. Das merke ich aber erst, wenn’s so weit ist - oder hinterher - nicht vorher. - Oder denken Sie an den Nachthimmel: Er ist übersät mit Sternen. Aber wenn Wolken davor sind, wenn der Himmel unseres Geistes und unserer Seele trübe ist, dann sehe ich die Sterne nicht. Aber die Sterne sind da, „hingesät“ von Gott.
Und wem gilt das nun? – „Dem Gerechten“ heißt es. - Bin ich denn gerecht? Vor Gott kann ich nicht bestehen. Wenn er seinen Maßstab auf mich anwendet, dann falle ich durch – schon allein wegen Gedankensünden. –
Wer sind also die „Gerechten“? Die Antwort steht im Römerbrief: „Der Gerechte wird aus Glauben leben“, also aus dem Vertrauen darauf, dass Jesus, der Sohn Gottes, am Kreuz für alle Schuld, auch meine und Ihre persönliche, bezahlt hat. Das sind die „aufrichtigen Herzen“, die nicht mehr so tun müssen, als seien sie perfekt, sondern die ihre Schuld zugeben und Gott bekennen.
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