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/ Wort zum Tag

Mit aller Macht wollen sie sich durchsetzen

Die Bibelstelle 2. Mose 14,14 – ausgelegt von Tina Arnold.

Der HERR wird für euch streiten, und ihr werdet stille sein.

2. Mose 14,14

Machtmenschen wollen bestimmen, was geschieht, und ihre Ziele durchsetzen. Es geht ihnen nicht um die Förderung der anderen, sondern um die Darstellung ihres Erfolgs. Manche schüchtern ein und werden laut, andere manipulieren und streuen gezielt Gerüchte. Mit beiden Arten von Machtmenschen hatte ich in meinem Leben leider schon zu tun. Beide Verhaltensweisen setzen mir gleichermaßen zu. Ich fühle mich hilflos oder werde zornig, weil das Gute, das möglich wäre, ver- oder zumindest behindert wird.

Vor einigen Jahren bekomme ich in einer solchen Situation einen Vers aus 2. Mose, Kapitel 14, Vers 14 zugesprochen. Am Ende eines Gottesdienstes gibt es die Möglichkeit, für sich beten und sich segnen zu lassen. Dazu bekomme ich eine Karte mit einem Bibelvers. Auf meiner Karte steht: „Der HERR wird für euch streiten, und ihr werdet stille sein.“

Diese Verheißung spricht direkt in mein Leben und ich bin gespannt, was Gott tut. Doch was passiert? Nichts. Es geht gefühlt gerade so weiter. Ein paar Tage später spricht mich jemand vertraulich an: „Tina, ich muss was mit dir klären, weil ich nicht glauben kann, dass du so was machst.“ Dann erzählt er mir, was über mich gesprochen wird. Ich bin entsetzt und lege ihm den Vorgang aus meiner Sicht dar. Die Sache lässt sich natürlich nicht aufklären, weil der Ursprung der ganzen Aufregung angeblich ein Missverständnis ist. So geht es gerade weiter.

An der Situation ändert sich gefühlt wenig. Was sich nach und nach ändert, ist mein Umgang damit. Ich liege Gott klagend in den Ohren und suche mir Nischen: Wo ich kann, will ich eine andere Form der Zusammenarbeit leben. Ich will, dass sich jede und jeder im Team entfalten kann mit den Gaben, die Gott schenkt. Ich will eine Haltung fördern, die nach dem fragt, was den anderen dient. Mein Eindruck ist: In diesen Teams macht das Miteinander uns allen Freude und die Arbeit in diesen Bereichen trägt Früchte. Wir erleben, wie Menschen zum Glauben an Jesus Christus kommen und im Glauben wachsen. Diese Erfahrungen lassen mich ruhiger werden. Die Dankbarkeit über Gottes Wirken überwiegt Traurigkeit und Verletzung.

Anders läuft es übrigens in den Bereichen, in denen die Machtmenschen weiter Misstrauen säen. Das sage ich ohne Schadenfreude, weil ich mir von Herzen gewünscht habe, dass auch dort das Reich Gottes wächst.

Ich lerne: Das Versprechen Gottes, dass er für uns kämpfen wird, braucht einen langen Atem. Damals, als Israel am Roten Meer vom Pharao und seinen Soldaten bedroht ist, hilft Gott zwar sofort. Durch Mose teilt er das Meer. Die Feinde ertrinken und Israel ist gerettet. Doch diese Rettung ist erst der Auftakt. Noch viele schwierige Situationen und Kämpfe sollen folgen, bis sie sich endlich im verheißenen Land niederlassen können. Selbst dann hört die Gefährdung nicht auf. Bis heute hat Israel keine Ruhe vor seinen Feinden.

Gott kämpft für uns. Das ist wahr. Genauso wahr ist, dass die Ruhe Gottes verheißen, aber noch nicht vollkommen da ist. Wir kämpfen, zum Beispiel mit Machtmenschen. Wir erleben, wie Gott uns hilft, einen Umgang damit zu finden, und wieder ruhiger zu werden - durch Bibelworte, Gespräche, Zuspruch, Erkenntnisse. Wie sich sein Wirken an den Früchten zeigt. Doch vollkommen wird die Ruhe erst, wenn alles Böse, alle ungesunde Macht gerichtet ist. Wenn die Wellen endgültig über allen feindlichen Mächten zusammenschlagen.

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