/ Wort zum Tag
Bin ich großzügig?
Die Bibelstelle Apostelgeschichte 4,37 – ausgelegt von Wolf-Dieter Kretschmer.
Josef hatte einen Acker und verkaufte ihn und brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen.
Hatten Sie früher einen Spitznamen? Und wie ging es Ihnen damit? Haben Sie ihn gemocht?
Meinen Spitznamen hat mir ein Französischlehrer verpasst. Er reduzierte meinen Doppelnamen Wolf-Dieter kurzerhand auf ›Loup‹. Das ist das französische Wort für Wolf. Über vier Jahrzehnte ist das her, und immer noch nennen mich ehemalige Klassenkameraden einfach nur ›Loup‹.
Josef aus Zypern verdankt seinen Spitznamen den Aposteln. Die nannten ihn Barnabas, das heißt übersetzt: „Der anderen Mut macht.“ Was für ein Kompliment, einen solchen Spitznamen tragen zu können: Josef, der Mutmacher.
Josef hat seinem Beinamen alle Ehre gemacht. Das kann man in der Bibel an verschiedenen Stellen nachlesen. Beispielsweise hatte er großen Einfluss auf einen jungen Mann namens Johannes Markus. Josef zeichnete aber noch etwas anderes aus. Er war großzügig. Das lese ich in der Apostelgeschichte. In Kapitel 4, Vers 37 heißt es:
Josef hatte einen Acker und verkaufte ihn und brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen.
Christen haben damals füreinander gesorgt. Wenn jemandem etwas fehlte, versorgten andere in der Gemeinde den Bedürftigen. Genau das hat Josef auch getan. Die Bibel berichtet, dass er sein Hab und Gut zumindest einen beträchtlichen Teil davon, verkaufte und den Erlös den Aposteln übergab. Die wiederum verteilten das Geld an die Notleidenden.
Das hat die Menschen in der damaligen Gesellschaft sehr beeindruckt. Denn was die Christen vorlebten, war bemerkenswert. Das hat die Botschaft des Evangeliums für die Leute interessant gemacht. Viele von ihnen haben sich der christlichen Bewegung angeschlossen.
Schau ich auf Berichte wie den aus Kapitel 4 der Apostelgeschichte, fasziniert mich die Großzügigkeit der ersten Christen immer wieder aufs Neue. Sie haben die Worte ihres Meisters sehr ernstgenommen. Gebote wie ›Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen und deinen Nächsten wie dich selbst‹ haben sie konsequent in die Tat umgesetzt.
Ich frage mich, wie Großzügigkeit heute aussieht. Dabei geht es mir nicht zuerst um Spenden. Für manche kann das heißen, Menschen in Not finanziell zu unterstützen. Andere schenken Liebe oder Zeit, sie stehen Hilfesuchenden bei, leihen ihnen ein Ohr oder packen tatkräftig an. Wieder andere geben wertvolles Wissen und Erfahrung weiter. Großzügigkeit hat viele Gesichter. Ihre Wirkung ist jedoch oft ähnlich: Sie hinterlässt Segensspuren im Leben anderer.
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