/ Wort zum Tag
Mutig vor Gott stehen
Die Bibelstelle 1.Mose 18, 27 - ausgelegt von Thomas Huth.
Ich habe es gewagt, zu meinem Herrn zu reden, obwohl ich Staub und Asche bin.
Der heutige Losungsvers der Herrnhuter Brüdergemeine steht im Kontext einer besonderen Begebenheit am Anfang der Bibel, in der Abraham mit dem allmächtigen Gott verhandelt, um eine Gerichtskatastrophe zu vermeiden. Abraham setzt sich damals für ihm völlig fremde Menschen aus Sodom und Gomorra ein, damit sie trotz ihrer großen Schuld vor dem Untergang bewahrt bleiben. Abraham steht mutig in der Fürbitte vor Gott und rechnet mit seiner Gerechtigkeit. Ich empfehle diese Geschichte heute zu lesen. Sie steht in 1. Mose 18,16-33 und sie zeigt, dass Abraham etwas für andere wagt, obwohl er sich Gott gegenüber als sehr gering ansieht. Er spricht mit ehrlicher Demut und Ehrfurcht zu Gott, wenn er sagt: „Ich habe es gewagt, zu meinem Herrn zu reden, obwohl ich Staub und Asche bin.“
Doch zuvor weiht Gott Abraham in seine Pläne ein und beweist ihm damit seine Wertschätzung. Für Gott ist jeder Mensch so viel mehr als nur Staub und Asche. Jeder Mensch ist sein geliebtes Geschöpf und in Gottes Augen so unglaublich wertvoll und schön. Abraham ist ein Freund Gottes. Durch den Glauben kann er auch mit dem Herzen Gottes sehen und empfinden. So kommt es, dass er sogar an menschlicher Schuld leidet, die nicht seine eigene ist. Und Abraham weiß, dass Gott nicht wie ein egozentrischer Herrscher ist, der stur seinen Willen durchsetzt. Abraham bleibt auch nicht passiv und denkt: „Gott hat die Vernichtung Sodoms und Gomorras beschlossen, da kann man nichts machen. Außerdem geht mich das alles nichts an.“
Abraham bittet um Bewahrung und Rettung. Seine hartnäckige Fürbitte ist wie ein Feilschen um Seelen. Sie schreckt auch vor Verwegenheit nicht zurück. Abraham beginnt bei 50 Gerechten, dann nennt er 45, 40, 30, 20 und am Ende sind es gerade noch 10. Gott geht bereitwillig auf diesen Handel ein. Es scheint fast so, als hätte er darauf gewartet. Gottes Wille zu retten ist weit größer als der Wille zu strafen. Aber er bleibt und er handelt gerecht. Gott freut es, wenn wir uns aufmachen zu seinem Gnadenthron und uns im Gebet dafür einsetzen, dass Menschen vor dem Gericht bewahrt werden. Er hat das Rettungsangebot durch seinen Sohn Jesus Christus für alle Menschen bereitgestellt. So heißt es in einem Brief des Apostels Paulus am Ende der Bibel: „Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und dass sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ (1. Timotheus 2,4)
Durch die christliche Gemeinde sollen die Menschen in der unmittelbaren, örtlichen Umgebung aber auch die Völker auf der Erde gesegnet werden. Die christliche Gemeinde darf im Gebet für andere einstehen, so wie Abraham für die Sodomiter. Die christliche Gemeinde ist eingeladen mit dem allmächtigen Gott in Demut und Ehrfurcht zu reden, zu feilschen und für andere zu bitten. Fürbitte ist immer aktiv und mutig. Sie geht zu Gott, sie steht vor Gott und sie bezieht ihn, seine Kraft und Weisheit zum Wohl und zur Rettung von Menschen mit ein. Wir sind eingeladen, den Blick zu heben, die anderen wahrzunehmen und ihnen Gutes von Gott zu bringen. Wir sind eingeladen uns und die Menschen in unserer Umgebung Gott täglich anzubefehlen und uns auf seine Gerechtigkeit und auf seine Gnade zu stellen.
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