/ Wort zum Tag
Vergesst die Witwen nicht in euren Gemeinden!
Die Bibelstelle Jakobus 1,27 – ausgelegt von Johannes Hruby.
Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater, ist der: die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen.
Heute werden in vielen Kirchen Gottesdienste gefeiert, denn heute ist Sonntag. An diesem Tag soll Gott im Mittelpunkt stehen. Gott ruhte am siebten Tag. Wir sollen auch nach sechs Werktagen zur Ruhe kommen. Wo kann das besser geschehen als in einem Gotteshaus, in dem mit festlicher Musik und fröhlichen Liedern, mit der Auslegung von Gottes Wort und der Gemeinschaft der Christen ein Gottesdienst gefeiert wird. Ich komme zur Ruhe. Ich nehme mir Zeit, auf Gott zu hören. Was ich gehört habe, soll in der neuen Woche in die Tat umgesetzt werden.
Das ist ein großes Anliegen vom Apostel Jakobus, dem wir den Lehrtext zur Losung der Herrnhuter Brüdergemeine zu verdanken haben. Jakobus weist seine Leser darauf hin, dass sie nicht nur Hörer von Gottes Wort sein sollen, sondern auch Täter. Sie sollen in die Tat umsetzen, was sie von Gott gehört haben. So dienen sie in rechter Weise Gott. So feiern sie einen „reinen und unbefleckten Gottesdienst“, wie es in Jakobus 1, Vers 27 heißt. Jakobus wird ganz konkret und nennt ein Beispiel, wie Christsein in der Tat aussehen kann. Nach der BasisBibel lautet unser Bibelwort: „Zu einem frommen Leben gehört: Waisen und Witwen in ihrer Not beizustehen“
Sicher gibt es viele Beispiele, wie ein frommes und gottesfürchtiges Leben aussehen kann. Jakobus hat sich nun für Waisen und Witwen entschieden. Als zu seiner Zeit jüdische Witwen Christen wurden, wurden sie aus der Versorgung durch die Synagoge ausgeschlossen. Dann gab es damals auch keine Witwenrente oder einen Staat, der die Bedürftigen versorgt. Da verstehe ich gut, dass Jakobus die Christen auffordert, Waisen und Witwen zu versorgen und sie zu besuchen.
Wir leben in einer Zeit, in der die Witwen und Waisen staatliche Unterstützung erfahren. Bei uns gibt es Diakonie und Caritas. Aber wie können wir heute den „Waisen und Witwen in ihrer Not beistehen“? Ich bin auf Witwen zugegangen und habe sie gefragt, wie das aussehen kann, ihnen in ihrer Not beizustehen. Viele Witwen – die Witwer dürfen sich auch angesprochen fühlen - haben nicht den Mut, um Hilfe zu bitten. Gemeindeglieder können auf sie zugehen und fragen, ob sie sie zu einer Veranstaltung oder zum Gottesdienst abholen können. Alleinlebende möchten nicht gerne ohne Begleitung unter die Leute gehen. Da ist es gut, wenn jemand sie von der Gemeinde einlädt und abholt.
Wir können Witwen zu einem Frühstück zu uns nach Hause einladen oder zum Mittag-essen. Auch ein Hausbesuch bringt für sie Abwechslung. Es tut ihnen gut, wenn jemand da ist, der einfach nur zuhört. Sie freuen sich über einen Telefonanruf oder über einen Besuch.
Vielleicht nehmen Sie sich heute während oder nach dem Gottesdienst Zeit, Ausschau nach Witwen zu halten. Es gibt mehr, als uns bewusst ist. Schreiten Sie schon heute nach dem Hören von Gottes Wort zur Tat, denn der Gottesdienst findet nicht nur am Sonntag statt, sondern findet seine Fortsetzung im Alltag.
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