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/ Wort zum Tag

Hilfreiche Selbst-Sicht

Jens Brakensiek über Matthäus 6,26.

Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch.

Matthäus 6,26

„Guten Morgen, liebe Sorgen, seid ihr auch schon alle da? Habt ihr auch so gut geschlafen? Na, dann ist ja alles klar.“

Sie kennen vielleicht noch diesen Liedvers von Jürgen von der Lippe - wenn schon nicht aus dem Radio, dann vermutlich doch aus dem eigenen Herzen. Kann ich diesen Sorgengeist loswerden?

Jesus macht klar: Es kommt auf die Sichtweise an. Er lädt ein: „Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch.“

Vögel sind ja nicht viel wert. An anderer Stelle fragt Jesus: „Kauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen?“ Trotzdem ernährt sie der himmlische Vater. Gott weiß also, was nötig ist. Und er versorgt jede und jeden. So kann uns die Sicht auf die Vögel eine hilfreiche Selbst-Sicht vermitteln: Denn wie viel mehr als Vögel sind doch wir Menschen!

Aber stimmt das? Ist nicht die ganze Schöpfung, also nicht nur der Mensch Gottes gutes Werk? Doch, nach Gottes Wort ist der Mensch das Ebenbild Gottes und damit in besonderer Weise aus der Schöpfung herausgehoben.

Unter dieser Voraussetzung ist der Gedankengang sofort nachvollziehbar. Wenn sich Gott schon so um einen geringer erscheinenden Teil der Schöpfung - wie die Vögel - kümmert, wie viel mehr um uns Menschen. Was soll da noch die Sorge?

Aber die Fragen hören nicht auf: Nehme ich nicht Tag für Tag das Gegenteil wahr? Der Hunger in der Welt nimmt wieder zu. Tausende von Flüchtlingen sind unterwegs auf der verzweifelten Suche nach Sicherheit und Auskommen. Und die Bilder von der Flutkatastrophe im Juli stecken vermutlich weiter auch in Ihren Köpfen und Herzen und die Betroffenen kämpfen nach wie vor mit den Folgen der Flut.

Beispiele, die zeigen: Sorgen sind mehr als berechtigt. Und unsere Sprache verrät es: Sind nicht die Sorgen geradezu notwendig, damit der Mensch „vorsorgt“, damit er dafür „sorgt“, dass sich die Ernährungslage verbessert, Frieden und Gerechtigkeit herrschen und die Erderwärmung gestoppt wird?

Aber können Sorgen das bewirken? Bleiben Sorgen nur der vermutlich notwendige Einstieg in Veränderungsprozesse, für die der Mensch verantwortlich ist? Oder machen sie sich dann selbstständig, verderben die Lebensfreude und lähmen sogar oft jede Initiative?

Wie schnell werden Menschen vom Sorgen- zum Bedenkenträger! Dann beschweren die Sorgen nur noch das Herz und weiter geschieht nichts.

Jesus bezieht das auf das persönliche Leben: Niemand kann durch Sorgen sein Leben verlängern. Auch das ist im Zeichen des medizinischen Fortschritts fragwürdig geworden.

Die Menschheit entdeckt immer mehr Möglichkeiten, das Leben zu verlängern. Aber zum einen sollte man dabei die Frage stellen, um welchen Preis das bisweilen nur gelingt. Und zum andern ist klar: Mit Mitteln des Sorgens ist keine Lebensverlängerung möglich, auch heute nicht.

Im Gegenteil: ich kann dadurch das Leben sogar verkürzen. Aber das will Gott ganz sicher nicht, denn er ist ein Liebhaber des Lebens. Des zeitlich begrenzten Lebens wie auch des ewigen Lebens.

Wenn Gott für das Vergängliche schon so verschwenderisch sorgt, wie viel mehr wird er es für diejenigen tun, die er für die Ewigkeit erschuf und erwählte!

Es kommt also auf die Sichtweise an. Recht betrachtet, hält uns die Schöpfung eine Anti-Sorgen-Predigt.

Schauen Sie hin. Gott möchte dann durch sein Wort Ihre Blickrichtung lenken. Damit nicht die Sorgen das Leben erdrücken. Dem Sorgengeist entkomme ich nicht mit Blick auf die eigenen Möglichkeiten. Jesus ermutigt zum Blickwechsel. Sieh nach oben, sieh die Vögel. Erkenne Gottes Möglichkeiten. Sieh auf Jesus.

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Anstoß

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Kommentare

Martin F. /

Guten Morgen Herr Brakensiek, danke für die Predigt. Jesus lädt mich täglich ein, meine Sorgen bei ihm abzuladen. (Alle eure Sorgen werfet auf ihn, denn er sorgt für euch) Er hilft, nicht wie ein Automat,aber wie er es für gut und richtig hält. Ich muss seinem Weg nur vertrauen

Gundula Z.-W. /

Eigentlich weiss ich das ja, aber es so formuliert zu hören, auch mit den Abers, ermutigt mich wieder neu , auf Jesus zu schauen.
Seine Möglichkeiten sind unendlich. Das zu denken, damit zu rechnen....das muss jetzt nur noch mein Magen "kapieren", der aufgrund der Sorgenlast sich meldet...ich bin soo dankbar für den ERF!!

Gudrun R. /

Alles richtig. Danke für die Trost Worte und den Hinweis auf den vertrauensvollen Blickwinkel. Doch das Aushalten, das Wissen um grauensvollen Leidens von so vielen Menschen, Tieren und Schöpfung, mit unserem kleinen Senfkornglauben ist so schwer. "Herr, ich glaube, hilf meinem Unglauben und lass deine Verheißungen Wirklichkeit werden."

Stefan H. /

Eine gute und klare Predigt. Spontan kam mir ein Gedanke dazu in den Sinn: Wir Menschen gehen mit Sorgen sehr unterschiedlich um. Die einen versuchen, vernunftbegabt und intellektuell den Sorgen zu begegnen, andere schieben sie vor sich her usw. Wohl auch deshalb hat uns Jesus deshalb dringend geboten - es war keine höfliche Bitte! - als es um das Himmelreich ging: "wir müssen werden wie die Kinder" (Mt 18,1ff). Nur Kinder können so wunderbar ihre Nöte und Sorgen abstreifen, indem sie zu ihrem mehr

Arnold K. /

Danke für Ihre Auslegung! Eine Frage: Was bedeutet dier Satz; Gott würde Menschen schon für die Ewigkeit schaffen bzw. erwählen. Wenn dem so ist, warum ist unser Herr Jesus denn für mich gestorben? Dann trifft mich doch keine Schuld wenn ich verloren gehe, Dann ist es doch dierekt gesehen eine Bestimmung Gottes wer in der Ewigkeit sein wird? So verstehe ich Ihre Auslegung. Ich aber habe eine bessere Auslegung! Die Vergebung durch Jesus Christus. So komme ich in die Ewigkeit und nicht durch die Vorsehung oder die Auswahl.