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Alles ist möglich

Erika Best-Haseloh über Markus 10,27.

Alles ist möglich

Was ist möglich, und was ist unmöglich? Dies voneinander unterscheiden zu lernen, ist eine lebenslange Aufgabe. Ein kleines Kind, das zum ersten Mal den Sprung über einen Bach wagen will, muss überlegen, ob das zu schaffen ist. Ist es mir möglich, sicher auf der anderen Seite zu landen? Oder sind meine Beine noch zu kurz und meine Sprungkraft zu schwach? Dann werde ich womöglich im Bach landen.

Möglich oder unmöglich. Diese Frage stelle ich mir als Erwachsene ganz oft. Wird es mir möglich sein, um zehn Uhr den Arzttermin wahrzunehmen, wenn ich vorher noch den Einkauf erledigen möchte? Die Zeit könnte reichen, wenn die Schlange an der Kasse nicht zu lang ist und ich beim Ärztehaus schnell einen Parkplatz finde.

Möglich oder unmöglich? Wer so fragt, versucht seine Kräfte und Möglichkeiten einzuschätzen. Zum einen die eigenen Kräfte, aber auch die der anderen. Das ist ja auch grundsätzlich eine lobenswerte Eigenschaft. Ich schaffe mir aufgrund meiner Herkunft, meiner Ausbildung, meines Fleißes und meiner Zielstrebigkeit eine angesehene Position. Das gibt mir Sicherheit. Es eröffnet mir ganz viele Möglichkeiten, um mein Leben abwechslungsreich und interessant zu gestalten. Ich habe das Gefühl, die Welt mit ihren unzähligen Angeboten steht mir offen. In meinem Leben geht es immer nur nach oben. Und das habe ich mir durch meinen unermüdlichen Einsatz auch verdient. Mir ist alles möglich!

In einer Geschichte aus den Evangelien wird von einer Begegnung zwischen Jesus und einem jungen Mann berichtet. Er stellt Jesus die Frage, was er tun muss, um das ewige Leben zu bekommen? Für die damalige Zeit eine normale Frage. Man glaubte daran, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Nun war eigentlich nur noch die Frage, wie kann ich dieses Leben bekommen. Was muss ich tun, damit dieses oder jenes geschieht? Die Dynamik, die in dieser Frage liegt, ist deutlich. Ich selbst tue etwas, setze mich ein, mobilisiere meine Kräfte, meine Ideen, um eine einflussreiche Persönlichkeit zu werden. Ich möchte mit meinem Handeln oder Denken etwas erreichen. Eine Überlegung, die in unserer heutigen Gesellschaft durchaus anerkannt ist.

Die Antwort Jesu auf die Frage des jungen Mannes ist eine klare Anweisung. Sie weist auf das Befolgen der bekannten jüdischen Gebote hin. Erstaunlich selbstbewusst kommt die Antwort des jungen Mannes: „Das habe ich alles eingehalten von Jugend an.“ Es ist die Antwort eines religiösen Menschen. Eines Menschen, der mit allem Ernst Gottes Gebote kennen und halten will. Es ist die Antwort von denen, die meinen, auf dem richtigen Weg zu sein. Aber warum reicht das nicht? Der Fragende muss es geahnt haben?

Und die Antwort Jesu bestätigt es. „Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe alles, was du hast, und gib den Erlös den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben. Und dann komm und folge mir nach!“ Das macht den jungen Mann traurig, denn er war sehr reich. Sein Reichtum bedeutet ihm viel. Er war sein Lebensinhalt. Es konnte doch nicht sein, dass alles, was er erarbeitet, erreicht und angesammelt hatte, komplett überflüssig war. Auf jeden Fall hinderte ihn der Reichtum daran, Jesus nachzufolgen. Sein bisheriges Leben war ihm wichtiger, als den Weg mit Jesu zu gehen.

Die sprichwörtlich gewordene Aussage, dass ein Kamel leichter durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes kommt, hört sich fast humorvoll an. Aber sie lässt auch den Schluss zu, dass es gar nicht zu schaffen ist, in Gottes Reich zu kommen. Die Antwort Jesu bedeutet Hoffnung: „Alle Dinge sind möglich bei Gott.“

Menschlich gesehen ist es unmöglich. Unsere sämtlichen Anstrengungen sind keine Hilfe dabei. Alleine schaffen wir unsere Errettung nicht. Errettung ist immer ein Wunder. Für Menschen ist es vollkommen unmöglich, ein Teil von Gottes Reich zu werden. Dazu brauchen wir Gott, denn bei Gott ist nichts unmöglich.

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Kommentare

Herbert E. /

Danke jetzt habt ihr es geschafft,gratulation,Gottes Segen