/ Lied der Woche
In den Sand geschrieben (5/7)
Vergebung ohne erhobenen Zeigefinger: Warum Krís Madarász' Lied bewusst offenbleibt.
Die Sendung ist noch 27 Tage verfügbar. Aus rechtlichen Gründen wird der Download nicht angeboten.
Das ist Krís Madarász mit „In den Sand geschrieben".
Der Frankfurter Krís Madarász macht nicht nur Musik, er ist auch Pastor – nicht verwunderlich also, dass viele seiner Songs im Kontext von Kirche entstehen. Zum Beispiel Lieder für die Gottesdienstgestaltung oder vertonte Bibeltexte. Allerdings kommt in diesem Song Gott gar nicht vor – wenigstens nicht explizit. Das Lied stammt aus der Feder eines ungarischen Künstlers und hat Krís Madarász viele Jahre begleitet, bevor er es in eine deutsche Fassung gegossen hat. Er erklärt, warum ihn das Lied nicht losgelassen hat:
„Es ist ja ganz klar, dass Vergebung ein ganz zentrales christliches Motiv ist. Und gleichzeitig finde ich das gerade so stark, dass der Song poetisch offen bleibt, mit diesen großen Fragen nach Schuld, Verletzung und Vergebung ringt, ohne ins Belehrende oder Moralisierende zu kippen, sondern er bleibt auch geheimnisvoll, er bleibt auch offen. Das ist vielleicht auch das, was Kunst ausmacht, dass sie etwas nicht expliziert, sondern in den Raum stellt und man sich irgendwie mit seinen Gefühlen, mit seinen Assoziationen auch bewegen kann. Also dieser Song bleibt in einer gewissen Weise offen und das macht ihn auch besonders stark, wie ich finde."
© Ruth Schneider / ERF
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