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/ Bibel heute

Gott bringt die Einsamen nach Hause

Der Bibeltext Psalm 68,1-24 – ausgelegt von Stefan Schmid.

Ein Psalmlied Davids, vorzusingen. Gott steht auf; so werden seine Feinde zerstreut, und die ihn hassen, fliehen vor ihm. Wie Rauch verweht, so verwehen sie; wie Wachs zerschmilzt vor dem Feuer, so kommen die Frevler um vor Gott.[...]

Psalm 68,1–24

36 °C wird es heute wieder geben! – Ich nutze die Kühle des Morgens, um diesen Beitrag zu schreiben. Man kann über die Hitze klagen, über die aktuell niedrigen Pegelstände in Rhein & Co.
Man kann sich aber auch darüber freuen, dass wir noch immer ausreichend Wasser zur Verfügung haben. Und laut Wetterprognose wird es ab morgen 10 °C kühler werden und es wird regnen!

Dankbar schaut der Psalmbeter David zurück: „Du gabst, Gott, Regen in Fülle, …“ In Psalm 68, Vers 10 wird uns dieser dankbare Rückblick berichtet. Die Flüsse und Seen werden sich in den nächsten Wochen auch bei uns wieder mit Wasser füllen. Nicht weil wir Menschen die richtigen Hebel betätigen, sondern „Du Gott, gibst Regen in Fülle …“

Als wir vergangene Woche Freunde besuchten, berichteten sie uns von ihrem Bewässerungssystem. In ihrer Zisterne im Garten sammeln sie Regenwasser, um damit Gemüse und Beeren, Blumen und Sträucher zu bewässern. Sie können das nur, weil Gott Regen in Fülle gibt – nicht weil sie die richtigen chemischen Formeln für Regenwasser kennen, sondern weil Gott Regen schenkt. – Und das oft sogar im Überfluss, sodass wir Zisternen damit befüllen können.

Auf unserer Welt gibt es nur noch wenig kostenlos, Regen vom Himmel gehört dazu. – Denn „Du Gott, gibst Regen in Fülle, …“ – Für die Zeit nach der Sintflut verspricht Gott in 1. Mose 8,21–22: „Ich will die Erde nicht mehr verfluchen, … Solange die Erde steht, soll nicht aufhören, Saat und Ernte, …“ – Damit Saat aufgehen, wachsen und als Frucht geerntet werden kann, braucht es Regen. – Nicht Fluch, sondern Segen – nicht Mangel, sondern Regen! – Weil Gott Regen in Fülle gibt – Gott steht für Fülle!

Der Blick auf den Mangel

Im Johannesevangelium, Kapitel 10 – dem neutestamentlichen Kapitel vom „Guten Hirten“ – lesen wir in Vers 10: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben.“ – wörtlich: überreiche Fülle.

Jesus Christus steht für Fülle!

In unserer Gesellschaft wird fortwährend der Mangel betont. Mangel an Fachkräften, Mangel an Wohnraum, Mangel an erneuerbarer Energie, … – Auch im persönlichen Leben sind viele Menschen, auch Christen, auf den Mangel fokussiert: Mangel an Zeit, an Geld, an Schlaf, …

Jesus Christus spricht: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben.“

Das Bild vom durchlöcherten Eimer

Vor meinem „inneren Auge“ steht gerade das Bild eines leeren Eimers. Dieser Eimer hat zahlreiche Löcher. Wenn man Wasser in diesen Eimer füllt, fließt es in Sekundenschnelle durch die Löcher wieder ab. Diesen Eimer dauerhaft mit Wasser zu füllen, ist unmöglich. – Man kann die Geschwindigkeit erhöhen, mit der man den Eimer befüllt. Doch nach wenigen Augenblicken ist der Eimer wieder leer. – Auch das Leben im Alltag kann sich anfühlen wie ein durchlöcherter Eimer. Mangel über Mangel!

Christus hingegen spricht: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben.“ – Christus verspricht: überreiche Fülle. Wenn wir unser Leben ihm hinhalten – wie einen durchlöcherten Eimer –, überzieht er unsere Sehnsuchtslöcher mit seiner Fürsorge. Nicht wir müssen unseren Durst nach Leben stillen, sondern ER ist gekommen, damit wir das Leben haben … im Überfluss.

Eines dieser Sehnsuchtslöcher könnte Einsamkeit heißen. – Man spricht heute von einer Nach-Corona-Pandemie. Diese neue Pandemie trägt den Namen: Einsamkeit.

Man kann sich inmitten einer Familie einsam fühlen, auch in einer Ehe. Obwohl man in seiner Kirchengemeinde nicht alleine ist, kann man zutiefst einsam sein. Man kann als Führungskraft Mitarbeiter um sich scharen und sich dennoch wie ein „einsamer Wolf“ fühlen.

Und jetzt lesen wir in Psalm 68, Vers 7: „Du bist ein Gott, der die Einsamen nach Hause bringt.“

Nach Hause gebracht

– Wenn ich unsere Kinder früher von einem Kindergeburtstag abgeholt habe, dann mussten sie nicht alleine den Heimweg durch Kassel antreten. Ich hatte mich aufgemacht, um sie nach Hause zu bringen. – Gott hat sich in Jesus Christus aufgemacht, um uns nach Hause zu bringen, denn „Du bist ein Gott, der die Einsamen nach Hause bringt, …“ – Den Christen steht ein großartiges Ereignis bevor: Jesus Christus wird sich aufmachen, um seine Gemeinde nach Hause zu holen. Christus – der Bräutigam – wird sich aufmachen, um seine Braut – die Gemeinde – nach Hause zu holen.

Entgegen aller Gefühle der Einsamkeit leben Christen schon jetzt in untrennbarer Gemeinschaft mit Gott, durch Jesus Christus im unauflöslichen Neuen Bund der Gnade. – Im Hebräerbrief, Kapitel 4, Vers 16 heißt es: „Darum lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben.“

Kehren wir noch einmal einen Augenblick zu Psalm 68 zurück. Dort heißt es: „Was seht ihr scheel, ihr Berge, ihr Gipfel, auf den Berg, wo es Gott gefällt zu thronen?“ (V. 17)

Gott thront nach Aussage des Hebräerbriefes nicht auf irgendwelchen Berggipfeln, sondern auf dem „Thron der Gnade“. – „Darum lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben.“ – wörtlich: zu rechtzeitiger Hilfe.

Ich weiß nicht, wo Sie sich gerade nach Hilfe sehnen, nach Fülle, nach Segen, nach Gemeinschaft, … Als Botschafter Christi darf ich Ihnen zusprechen: Am Thron der Gnade gibt es Barmherzigkeit und Gnade genau zu der Zeit, wo Sie Hilfe nötig haben.

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