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/ Bibel heute

Ermahnungen und Grüße

Elisabeth Küfeldt über 1. Korinther 16,13-24.

Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark! Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen! Ich ermahne euch aber, Brüder und Schwestern: Ihr kennt das Haus des Stephanas, dass sie die Erstlinge in Achaia sind und sich selbst in den Dienst der Heiligen gestellt haben.[...]

1. Korinther 16,13–24

Ein streitlustiger Brief geht zu Ende, eine Auseinandersetzung mit Missständen in der Gemeinde in Korinth und eine Diskussion von strittigen Themen. Die Fragen und Berichte aus der Gemeinde hat eine Abordnung aus Korinth zu Paulus gebracht, wahrscheinlich die hier genannten Männer Stephanas, Archaikus und Fortunatus. Und Paulus hat 15 Kapitel lang geantwortet.

Jetzt sind die Dinge geklärt, er kommt zum Schluss. Er malt den Christen in Korinth nochmal vor Augen, wie die Christen sein sollen: mutig, stark, gläubig, voller Liebe.

Und dann kommen Sätze, die muten auf den ersten Blick ein bisschen an wie das Reste-Essen nach einem besuchsreichen Wochenende: Da kommt von allem noch mal ein bisschen: von der Liebe, über die er im 13. Kapitel so unvergleichlich Schönes geschrieben hat, von den Ämtern in der Gemeinde, von der Gnade Gottes, von der unbedingt nötigen Liebe zu Jesus, Grüße… Wenn da nicht diese letzten Sätze wären, die wie Donnerhall klingen.

Drei wichtige Ansagen

Beim näheren Hinsehen ist es wohl eher so: Der geschulte Rhetoriker Paulus setzt hier ans Ende seines Briefes nochmal einen Höhepunkt. So, wie am Ende eines Feuerwerks manchmal noch eine besondere Feuer-Fontäne und dann drei Böller kommen.

Die Böller, klar, sind die drei steilen, wichtigen Sätze:

- Wenn jemand den Herrn nicht liebhat, der sei verflucht.

- Die Gnade des Herrn Jesus sei mit euch! 

- Meine Liebe ist mit euch allen in Christus Jesus!

Aber was ist ihm sonst noch so wichtig, dass er es ans Ende setzt? An den Premiumplatz einer Rede, an den man sich später am ehesten erinnert?

Es sind Namen. Und Gemeinden. Menschen, die den Angeschriebenen vertraut sind, und Fremde, die Paulus ihnen mit seinen Grüßen vor Augen stellt. Menschen, die den gleichen Herrn liebhaben, in der Nähe und in entfernten Gemeinden; Menschen, die den gleichen Kampf des Glaubens ausfechten, mit ihren eigenen Schwächen und mit den Angriffen von außen.

Was kann dieser letzte Abschnitt des 1. Korintherbriefes uns sagen? Ich erzähle Ihnen, was er mir nahelegt:

Du willst mutig und stark sein? Paulus sagt: Dann schau auf andere Christen, direkt vor der Haustür – oder eben auch in anderen Teilen der Erde! Da wirst du angefeuert im Glauben, ermutigt, getröstet.

Du willst gläubig und voller Liebe sein? Dann bleib in der Gemeinde, kümmere dich um eine gute Einstellung zu deinen Mitchristen. Du willst vorankommen im Leben als Christ? Dann achte diejenigen, die sich um die Gemeinde kümmern – da kannst Du jede Menge lernen. All eure Dinge lasst in der Liebe geschehen – das ist keine abstrakte Mahnung, sondern es geht um die Menschen direkt vor deiner Nase. Damals ging’s um Stephanas, Fortunatus, Archaikus, denen ihre Gemeinde so wichtig war, dass sie die mühsame Reise von Korinth nach Ephesus zu Paulus auf sich genommen hatten – das sind ungefähr 400 km, über Land und übers Ägäische Meer!!

Ich denke mir: Wie konnte man vor solchen Leuten keinen Respekt haben? Warum muss Paulus so werben um Anerkennung für diese Menschen? Und für andere, die sich um die Gemeinde mühen?

Wertschätzung für andere

Wahrscheinlich, weil die Leute so waren, wie die Leute heute immer noch sind.

Da sieht man nicht die stundenlangen Proben der Band für den Gottesdienst, sondern hört das eine misslungene Lied. Das auf Englisch war. Oder zu schnell. Oder einmal zu oft wiederholt.

Oder man fühlt sich missachtet, weil die Mesnerin oder der Kirchenvorstand einen nicht mit Namen gegrüßt hat – und man übersieht, wie sorgfältig der Altar geschmückt ist, dass die Stühle in Reih und Glied stehen, dass draußen schon für den Kirchkaffee gedeckt ist…

Und schon überlegt man, ob man in diese Gemeinde überhaupt noch gehen soll, wenn doch zuhause auf der Couch so bequem der Fernseh-Gottesdienst zu genießen ist.

Paulus sagt ganz klar: Wenn du im Glauben stark, in der Liebe leuchtend werden willst: Erkenne die Menschen an, die sich mühen um die Gemeinde. Hab‘ Respekt! Hab‘ Liebe nicht für die Fernsten, sondern für die Nächsten, nämlich deine Mitchristen.

Aber eben auch: Wenn du schwach wirst im Glauben, müde, angegriffen von deinen eigenen Fehlern oder von den gehässigen Kommentaren der Welt um dich herum: Lass dich grüßen von den Gemeinden in der Welt.

Für mich ist es eine absolute Kraftquelle, mich mit anderen Christen zu treffen, zu vernetzen. Ich treffe mich gerne mit Katholiken, begegne Christen aus den Ansbacher Freikirchen, habe einen Hauskreis mit Gemeindeleitern aus der näheren Umgebung. Ich gehe so gern im Urlaub in andere Gemeinden, ob in Deutschland oder im Ausland. Es ist so tröstlich, dass der Teufel dort genauso schwarz ist, wie bei uns. So ermutigend, wie tapfer Christen glauben unter viel schwierigeren Bedingungen als bei uns. So inspirierend, was sich andere Gemeinden einfallen lassen, um zu leuchten in dieser Welt. Ich freue mich an der Vielfalt unter uns Jesus-Nachfolgern, ich freue mich über den genialen Gott, der uns so unterschiedlich erschaffen hat.

Paulus macht Mut: Wenn du im Glauben stark werden willst, lass dich grüßen von anderen Gemeinden, aufbauen, anfeuern, ermutigen, korrigieren.

Das wünsche ich Ihnen für heute: Dass Sie fröhlich und mutig Kontakt zu anderen Christen suchen vor Ort – und dadurch gestärkt werden. Dass Sie einen Blick auf andere Gemeinden werfen, vielleicht hier im ERF, oder anderswo – und dadurch getröstet und ermutigt werden. Und dass Sie voll Wertschätzung mit den Menschen umgehen, die in Ihrer Gemeinde arbeiten.

Und dass Sie dann erleben: Die Gnade Gottes ist mit Ihnen.

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Kommentare (1)

Stefan R. /

Danke, das ihr dieses tolle Angebot macht. Bin gerade auf der Rennstrecke und freue mich über die Bibelauslegung von. Jesus Rockt, Mt 21,44