/ Anstoß - Gedanken zum Tag
Zombie-Glaube
Gedanken von Markus Baum zu Offenbarung 3,1c-3.
Und dem Engel der Gemeinde in Sardes schreibe: Das sagt, der die sieben Geister Gottes hat und die sieben Sterne: Ich kenne deine Werke: Du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot. Werde wach und stärke das andre, das schon sterben wollte, denn ich habe deine Werke nicht als vollkommen befunden vor meinem Gott. So denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast, und halte es fest und tue Buße! Wenn du nicht wachen wirst, werde ich kommen wie ein Dieb, und du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde.
Zombies in der Bibel? Gibt’s nicht. Nicht wirklich. Überhaupt gehört die Vorstellung von Untoten, die in der Welt der Lebenden für Unruhe sorgen, ins Reich des Volksaberglaubens – interessanterweise in ansonsten sehr verschiedenen Kulturen.
Im letzten Buch der Bibel, in der Offenbarung des Johannes, auch da geistern keine Zombies herum, aber da ist von einer Art Zombie-Glaube die Rede. Im Sendschreiben an die christliche Gemeinde in Sardes stellt der auferstandene und erhöhte Jesus Christus die erschütternde Diagnose: „Ich weiß, dass du in dem Ruf stehst, lebendig zu sein. Aber du bist tot.“
Das muss man erst mal sacken lassen. Eine frühe christliche Gemeinde in Sardes, der Hauptstadt der Provinz Lydien. 90 Kilometer östlich von Izmir, dem antiken Smyrna.
Sardes war eine wohlhabende Handelsstadt, die christliche Gemeinde dort war offensichtlich gefestigt, scheinbar alles prima. Und dann dieses vernichtende Urteil: „Du bist tot. Du merkst es nur noch nicht.“ Aber Jesus Christus belässt es nicht bei der Diagnose. Als Therapie empfiehlt er: „Wach auf! […] Denk doch daran, wie du meine Botschaft empfangen und gehört hast. Befolge sie wieder und ändere dich!“
Die gute Nachricht: Offensichtlich gibt es Hoffnung auch für untote Glaubende wie damals in Sardes. Sie können wieder lebendig werden – wenn sie die das, was Jesus ihnen vermittelt hat, ernst nehmen und danach handeln. Zombie-Glaube ist kein auswegloses Schicksal. Die Christen damals in Sardes haben offensichtlich die Kurve gekriegt. Aber erst mal brauchten sie offensichtlich die deutliche Ansage: „Du bist tot. Wach auf!“
© Ruth Schneider / ERF
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