/ Anstoß - Gedanken zum Tag
Was Eltern niemals erleben wollen
Wolf-Dieter Kretschmer über 2. Könige 4,8-37
Und es begab sich eines Tages, dass Elisa nach Schunem ging. Dort war eine reiche Frau; die nötigte ihn, dass er bei ihr aß. Und sooft er dort durchkam, kehrte er bei ihr ein und aß bei ihr. Und sie sprach zu ihrem Mann: Siehe, ich weiß, dass dies ein heiliger Mann Gottes ist, der immer hier durchkommt. Lass uns ihm eine kleine gemauerte Kammer oben machen und Bett, Tisch, Stuhl und Leuchter hinstellen, damit er dort einkehren kann, wenn er zu uns kommt.[...]
Es gibt so etwas wie eine ›Höchststrafe‹ für Eltern. Das hat mir vor einiger Zeit ein Bekannter gesagt, als wir über den frühen Tod von Kindern gesprochen haben.
Recht hat er gehabt! Das will keine Mutter und kein Vater erleben müssen.
Leider kommt es immer wieder vor, dass ein Kind infolge eines Unfalls oder einer schweren Krankheit stirbt.
Diese schlimme Erfahrung muss vor etwa 2.700 Jahren eine Frau aus der Ortschaft Schunem in Israel machen. Ihre Geschichte wird im 2. Buch der Könige, Kapitel 4 überliefert.
Der plötzliche Tod ihres Kindes trifft die Mutter hart. In ihrer Verzweiflung lässt sie alles liegen und stehen. Sie eilt zum Propheten Elisa, der sich zufällig in der Nähe aufhält, und klagt ihm ihre Not.
In ihrem Fall nimmt die Geschichte ein gutes Ende. Gott erhört Elisas Gebet und das Kind erwacht zu neuem Leben.
Anders als in der biblischen Geschichte haben meine Frau und ich unsere Tochter vor ein paar Jahren loslassen müssen. Gott hat sie zu sich in die Ewigkeit gerufen. Das war schwer. Sehr schwer. Aber wir wurden getröstet. Von Gott und von lieben Menschen.
Auch wenn mir das noch immer schwerfällt, ich habe inzwischen ein Ja dazu, dass Gott unterschiedlich handelt. Ich vertraue darauf, dass er es gut mit mir meint und gehe meinen Weg mit ihm.
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