/ Anstoß - Gedanken zum Tag
Paulus macht sich unbeliebt
Annegret Schneider über Apostelgeschichte 17,11.
Diese aber waren freundlicher als die in Thessalonich; sie nahmen das Wort bereitwillig auf und forschten täglich in der Schrift, ob sich’s so verhielte.
Wie leicht kann es passieren, dass man sich unbeliebt macht. Das hat vor knapp 2.000 Jahren auch der Apostel Paulus erfahren. Dabei hat er seinen Zeitgenossen lediglich erzählt, was sie tun sollen, um gerettet zu werden: Jesus Christus als ihren Herrn annehmen.
Aber mit so viel Freiheit konnten manche damals nicht umgehen. Das war zu neu und zu ungewohnt für sie. Nicht für alle, wie man in der Apostelgeschichte lesen kann, denn es heißt in Kapitel 17, Vers 11 von den Menschen in der Stadt Beröa in Mazedonien: „Diese aber waren freundlicher als die in Thessalonich; sie nahmen das Wort bereitwillig auf und forschten täglich in der Schrift, ob sich’s so verhielte.“ (LUT 2017).
Schön ausgedrückt – der Umkehrschluss wirft allerdings kein gutes Licht auf die Thessalonicher. Die hatten sich nämlich so verhalten, dass Paulus sich aus dem Staub machen musste, weil er Dinge predigte, die ihnen nicht gefielen.
Die Gemeinde in Beröa war da etwas offener. Und klug. Die Gläubigen in Beröa übernahmen einerseits nicht unkritisch alles, was Paulus ihnen vorsetzte. Andererseits waren sie interessiert und befassten sich mit dem Gesagten. Und zwar intensiv. Immerhin heißt es, dass sie täglich forschten. Das klingt nicht nach oberflächlicher Akzeptanz.
Ich finde, von der Gemeinde in Beröa kann man etwas Wichtiges lernen: Zuhören und selbst das Wort Gottes kennen. Genau hinhören und prüfen. Prüfen, ob das, was verkündigt wird, mit dem Wort Gottes übereinstimmt. Das ist mündiges Christsein.
© Ruth Schneider / ERF
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