/ Anstoß - Gedanken zum Tag
Lichte Höhe, lichte Weite
Markus Baum über Psalm 24,7.
Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!
Von wegen „Advent ist im Dezember.“ Der Christstollen lagert und reift schon seit vielen Wochen; Zimtsterne und Lebkuchen gibt’s in den Supermärkten auch schon seit Ende September. Und der erste Advent fällt in fünf von zehn Kalenderjahren in den November. So auch in diesem Jahr.
Bis zum ersten Advent 2022 sind es noch vier Tage, von daher kommt der Appell aus Psalm 24 fast sogar ein bisschen spät. „Macht die Tore weit und die Türen in der Welt hoch“ - wo soll man, bitteschön, so schnell noch Handwerker herbekommen? Maurer, Metallbauer, Schlosser?
Tore weit und Türen hoch – in vielen historischen Altstädten dieser Republik ist das Problem: Die alten Stadttore waren ja schon stattlich – aber eben für Pferdefuhrwerke und Kutschen dimensioniert, nicht für überbreite Staatskarossen und nicht für hohe Aufbauten auf Showtrucks, noch nicht einmal für gewöhnliche 40-Tonner. Also hat man oft direkt neben dem historischen Stadttor ein ordentliches Stück aus der Stadtbefestigung herausgebrochen und Platz geschaffen für den modernen Verkehr.
„Macht die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, damit der König der Ehren einziehen kann.“ Der König der Ehren – das ist der von Gott versprochene Retter der Welt, der Messias. Und der soll nicht den Kopf einziehen müssen, wenn er zu uns kommt, und Bewegungsfreiheit soll er auch haben. Deshalb ist die lichte Weite wichtig. Platz schaffen – auch innerlich. Dafür ist der Advent da. Und der beginnt nicht erst im November.
Ihr Kommentar
Kommentare (1)
Lieber Markus,
danke für Deinen kritische betrachteten Beitrag für heute. Ich möchte da noch einen Schritt weitergehen. Leider ist der Sinn von Weinachten in der heutigen Gesellschaft verloren … mehrgegangen. Es gilt, wie in leider allen Bereichen: die Wirtschaft muss leben; und zu so einem Wirtschaftsereignis ist die Geburt unseres Herrn und wahren Königs dieser Welt leider verkommen. Es geht nur mehr um Umsatz sowie immer mehr, immer besser, immer größer und immer stärker. Dass jedoch genau Jesus im Mittelpunkt steht und dass Er uns von all unserer Sünde erlösen kann, dass Er uns Seinen Frieden und Seine Liebe schenken kann wird hier tunlichst unter den Teppich gekehrt - schade.
Deine Beiträge treffen es immer genau in der Mitte. Da, wo es oft weh tut und das soll es auch, damit wir uns selbst hinterfragen, in uns gehen und wir mit Seiner Hilfe neue Wege gehen. Mit der Liebe unseres Herrn, mit Seinem Frieden und mit Seinem Wort und Wahrheit. Früher stolperte ich immer über den Ausspruch: Der Weg ist das Ziel. Doch heute ist mir bewusst, das der Weg, der Weg Jesus Christus, zugleich auch das Ziel ist, auf und in dem wir wandeln.
Liebe Grüße und Gottes reichen Segen hier aus Augsburg
Wolfgang