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/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Lebenslänglich

Markus Baum über Psalm 63,5.

Ich will dich loben mein Leben lang und meine Hände in deinem Namen aufheben.

Psalm 63,5

„Dauerlob ist das Schlimmste, was man machen kann,“ hat der Erziehungs- und Bildungswissenschaftler Klaus Hurrelmann mal gesagt. „Man“, das sind in dem Fall Eltern, die das Beste für ihre Kinder wollen. – Wo liegt das Problem? Nun, Kinder brauchen zweifellos Anerkennung, und es ist gut und richtig, wenn Eltern positiv verstärken, wenn den Kleinen etwas gelungen ist. Aber wenn Kinder pausenlos gelobt werden, dann kann der Schuss auch nach hinten losgehen. Sie können falsche und verhängnisvolle Lehren daraus ziehen. Zumindest in der Erziehung kommt es beim Loben auf die Dosis an – und auf das Wie.

Gott ist kein Kind. Damit auch kein Erziehungsobjekt. Gott ist bewunderns- und lobenswert ohne Wenn und Aber. Sie und ich, wir werden es nicht schaffen, Gott zu verbiegen oder zu verziehen, und wenn wir ihn noch so sehr mit Lob überhäufen. Da besteht keine Gefahr. Und vom anderen Ende her betrachtet: Ihnen und mir wird es nicht schaden, wenn wir uns im Lob Gottes üben. Als Vorbild kann dabei David dienen – der Dichter und Sänger auf dem Königsthron Israels. Der hat vor etwas mehr als 3.000 Jahren in einem seiner Lieder sogar Lob als Lebenshaltung beschrieben. „Ich will dich loben mein Leben lang und meine Hände zu dir aufheben,“ heißt es in Psalm 63. Und was sagt man Gott dann in dieser ehrfürchtigen Haltung? Lebenslänglich? 

Das kann dann doch wieder so klingen wie bei einem Kind: „Das hast du gut gemacht. Ich bin froh, dass ich dich kenne. Dass du da bist. Dass ich dir nicht egal bin. Dass du eine Rolle spielst in meinem Leben. Die Hauptrolle.“ 

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