/ Anstoß - Gedanken zum Tag
Reden oder Schweigen? Was ist Silber? Was ist Gold?
Gedanken von Jens Kilian zum Bibeltext Josua 6,10
Josua aber gebot dem Volk und sprach: Ihr sollt kein Kriegsgeschrei erheben noch eure Stimme hören lassen, noch soll ein Wort aus eurem Munde gehen bis auf den Tag, an dem ich zu euch sage: »Macht ein Kriegsgeschrei!« Dann sollt ihr das Kriegsgeschrei erheben.
Manchmal rede ich etwas zu viel. Dann fehlen mir zum Schweigen die passenden Worte. Ein anderes Mal kämpfe ich wie ein Tennisspieler um jeden Satz, wenn ich etwas sagen soll, aber die richtigen Worte nicht finde.
Im Nachhinein ärgere ich mich dann schon mal, dass ich geredet habe, wo ich hätte schweigen sollen, oder dass ich geschwiegen habe, wo ich hätte reden sollen.
Bei der Einnahme von Jericho fordert Josua das Volk Israel zu beidem auf: Zum einen zum Schweigen und zum anderen sogar zum Schreien. So steht es jedenfalls im Buch Josua Kapitel 6,10:
„Macht keinen Lärm! Verhaltet euch ganz still, bis ich euch befehle, ein lautes Kriegsgeschrei anzustimmen. Dann aber schreit, so laut ihr könnt!“
Alles hat seine Zeit, aber wann ist es Zeit zu reden und wann ist es Zeit zu schweigen?
Wenn ich mir selbst die Frage stelle, wie oft ich kritisiere oder meckere und wie oft ich lobe und positiv über Dinge rede, dann möchte ich das Ergebnis hier an dieser Stelle nicht veröffentlichen. Und ich gehe davon aus, dass Gott über mein Verhältnis von Lob und Kritik auch nicht ganz glücklich ist und er es sich wohl anders wünschen würde.
Bestimmt würde Gott mir auch manchmal ganz gerne sagen: „Halt die Klappe“, wenn ich mal wieder mit Kritik Menschen in ein schlechtes Licht rücke oder sie entmutige. Und wahrscheinlich würde Gott mich gerne ermutigen, den Mund aufzumachen, wenn es mal wieder Grund gibt, Menschen zu loben und zu ermutigen oder wenn ich mal wieder schweige, wenn ich eigentlich Gott loben oder von ihm reden sollte.
Ich wünsche mir und Ihnen die Freundlichkeit, Kritik auch mal herunterzuschlucken, die Liebe, um Lob auch auszusprechen, und den Mut sich zu Gott zu bekennen.
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