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/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Trost in Sicht

Elke Drossmann über Jesaja 40,1

Tröstet, tröstet mein Volk!, spricht euer Gott.

Jesaja 40,1

Wer mich gut kennt, kann mich am besten trösten. Er kennt meine Schmerzpunkte. Die Situationen und Augenblicke, in denen die Tränen über das Gesicht laufen. Wer die Seele eines Volkes kennt, kann dieses Volk am besten trösten. Das gilt auch für die Volksseele Israels, des auserwählten Volkes. In einer konkreten geschichtlichen Situation – im 6. Jahrhundert vor Christus.

Die ins Zweistromland verschleppten Israeliten reiben sich an der Frage: „Wie lange?“ Wie lange sind wir noch Gefangene des babylonischen Königs? Wer kann Israel am besten Trost spenden? Der Gott Israels. Wer sonst kennt das Volk so gut? Wer weiß so genau wie er, wie es weitergehen soll, wo sie ratlos vor den Trümmern ihres eigenen Handelns stehen?

Der Gott Israels stellt nach vielen Jahren des Elends, das scheinbar kein Ende nimmt, eine gute Nachricht in Aussicht: Trost ist mit Händen zu greifen. So heißt es im Buch Jesaja, Kapitel 40, Vers 1: „Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott.“

Es wird Zeit, deshalb wiederholt der Prophet das entscheidende Wort: „Tröstet“. Die Zeiten ändern sich. Israel wird Gottes Handeln nicht mehr als Strafe erleben, sondern tröstlich finden. Das Volk wird ermutigt, Gottes Worte zu hören, sich darauf einzustellen und danach zu handeln. Das tut der Beziehung der Verbannten zu Gott gut: Er kennt sein Volk so gut wie kein irdischer Politiker, er schenkt ihm den langersehnten Trost. Jerusalem wird wieder das Zuhause und der Mittelpunkt Israels sein.

Kein anderer Mensch kennt mich so gut, wie Gott. Wenn ich gefangen bin im Dschungel der Überforderungen, die ich mir selbst eingebrockt habe, dann wünsche ich mir, dass Gott durch seinen Geist mir sagt: „Tröstet, Tröstet mein Kind; ich bin ja ihr Gott.“ Das will ich hören, mich darauf einstellen und entsprechend handeln.

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