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/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Ewigkeitsgarantie

Jörg Dechert über Psalm 103, 15-19

Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Felde; wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennet sie nicht mehr. Die Gnade aber des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind[...]

Psalm 103,15-19

Nichts hat für immer Bestand – außer wenn es mit Gott verbunden ist. So könnte man die Erkenntnis zusammenfassen, die uns in einem 3.000 Jahre alten Bibeltext überliefert ist - Psalm 103.

Ich glaube, wir hören diese Erkenntnis heute nicht so gerne. Wie leben in einer Zeit der Menschheitsgeschichte, in der wir selbst, der Mensch, oft das Maß aller Dinge sind. Wir wissen um unsere Vergänglichkeit, aber wir reden nicht gerne darüber. Und gehört es nicht zur Würde und Wert als Menschen, Neues zu beginnen, neue Wege in Richtung Zukunft zu beschreiten und zum Blühen zu bringen, was uns anvertraut ist?

Ja, ganz sicher. Aber all das hat aus sich selbst heraus keine Ewigkeitsgarantie. Der Psalmdichter, David, ist da recht schonungslos, wenn er ab Vers 15 formuliert:

Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Felde; wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennet sie nicht mehr.

Blüte und Wachstum gehören zum Leben – aber auch Abschied und Loslassen. Niemand und nichts hat für immer Bestand… aber eines doch. David setzt eine ewige Perspektive dagegen, gegen alle menschliche Vergänglichkeit und Vergeblichkeit. Und das ist die Gegenwart und Zugewandtheit Gottes.

Ich lese weiter ab Vers 17:

Die Gnade aber des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind bei denen, die seinen Bund halten und gedenken an seine Gebote, dass sie danach tun. Der HERR hat seinen Thron im Himmel errichtet, und sein Reich herrscht über alles.

Dieser letzte Satz – Vers 19 – ist ein mächtiger Ankerpunkt für mein Leben in dieser Welt: Gott hat die Kontrolle. Alles, was war, ist, und sein wird, liegt in seiner Hand. Deshalb – und nur deshalb – kann ich mich daran freuen, wenn Menschen blühen, wenn Vorhaben gelingen. Und nur deshalb kann ich auch Abschied, Loslassen und die eigene Vergänglichkeit akzeptieren.

Gott verbindet sich mit denen, die ihm vertrauen. Und auch wenn sonst nichts für immer Bestand hat - diese Verbindung hält. Dafür gibt Gott seine Ewigkeitsgarantie.

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Kommentare (1)

Andreas /

Lieber Herr Dr. Dechert,
herzlichen Dank für Ihren Beitrag. Die Verse machen mir Mut und geben mir Zuversicht und Hoffnung. Die Ewigkeitsgarantie, die uns Gott gibt, macht das Loslassen leichter, mehr