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/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Schwer zu verstehen

Horst Kretschi über Lukas 2,49

Und er sprach zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich sein muss bei denen, die zu meinem Vater gehören*?

Lukas 2,49

Im zweiten Teil der Bibel, und da im Lukasevangelium, da gibt es eine kleine, aber sehr spannende Episode über ein pubertierendes Kind. In dem Fall ist es Jesus. Seine Eltern, Maria und Josef, haben ihn zum ersten Mal mit zum Passahfest nach Jerusalem genommen. Weil er zwölf geworden ist. Er ist nun religionsmündig. Reif für die Konfirmation, würde man heute sagen. Als sie wieder auf dem Weg nach Hause sind, stellen die Eltern fest: Jesus ist weg. Mit zwölf ist man kein kleines Kind mehr, aber erwachsen eben auch noch nicht. Maria und Josef suchen ihn drei Tage.

Sie finden Jesus schließlich im Tempel, wo er den religiösen Lehrern und Fachleuten seiner Zeit kluge Fragen stellt und noch klügere Antworten gibt. Die Antwort, die er für seine Eltern parat hat, als sie ihn endlich finden, wirkt dagegen fast pubertär arrogant:„Warum habt ihr mich gesucht?“ „Habt ihr denn nicht gewusst, dass ich im Haus meines Vaters sein muss?“Und was sagen die Eltern? Ihre Antwort ist nicht überliefert, aber der Evangelist Lukas hat festgehalten, dass sie nicht verstanden haben, was ihr Sohn ihnen damit sagen wollte.

Was verstehe ich? Anders als seine Eltern wusste Jesus sehr genau, wer er war und wo sein Platz war. Sein göttliches Wesen wird in dieser Geschichte deutlich. Aber auch sein menschliches Wesen. Es ist einer der wesentlichen Punkte des christlichen Glaubens, dass Jesus beides war: Ganz und gar Mensch und ganz und gar Gott. Als Mensch versteht er meine Sorgen und mein Leid, meine Freuden und meine Sehnsüchte. Als Gott kann er mir in meinen Nöten helfen und meine Seele heilen. Er kann mich aus Liebe retten, wie es eben nur Gott kann. Das ist nicht wirklich zu verstehen und doch wahr.

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Kommentare (1)

Bärbel S. /

Richtig gut! Jesus, der Verstehende, da er Mensch war, der Retter und Beistand in allen Nöten, weil er Gott ist. Mega!