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/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Eine gute Entscheidung

Wolf-Dieter Kretschmer über 1. Samuel 24,20.

Saul sprach zu David: Wo ist jemand, der seinen Feind findet und lässt ihn im Guten seinen Weg gehen? Der HERR vergelte dir Gutes für das, was du heute an mir getan hast!

1. Samuel 24,20

Die Situation ist an Dramatik kaum zu überbieten. David ist seit Längerem auf der Flucht vor König Saul, jenem Herrscher, der in David seinen Rivalen um den Thron Israels ausgemacht hat und der ihn deshalb bis aufs Blut verfolgt.

Dieses Mal sind die Verfolger David so dicht auf den Versen, dass nur noch eines übrigbleibt: Sich in der Wüste En-Gedi in eine Höhle zurückzuziehen. Todesmutig gelingt es David, König Saul, der ebenfalls die Höhle aufsucht, um dort auszutreten, unbemerkt ein Stückchen seines Gewands abzuschneiden.

Minuten später tritt David ins Freie und ruft Saul zu: „Hier ist der Beweis! Ich hätte dich umbringen können! Das habe ich aber nicht getan, weil ich dich als König achte.“

Saul durchfährt ein Schrecken. Tatsächlich, das Stück Stoff stammt von seinem Gewand. Daran gibt es keinen Zweifel. David hätte ihn umbringen können, das weiß König Saul. Und so gibt er kleinlaut zu:

Wo ist jemand, der seinen Feind findet und lässt ihn im Guten seinen Weg gehen? Der HERR vergelte dir Gutes für das, was du heute an mir getan hast! (1. Samuel 24, Vers 20)

David hat seinem Gegner Gutes erwiesen und ihm trotzdem eine klare Botschaft geschickt. Ob diese Haltung auch heute noch nachahmenswert sein könnte?

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