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„Wir fühlen uns wie Bittsteller“

Missbrauchsbetroffene fordern „vollumfängliche Beteiligung“ bei der Aufarbeitung.

„Die Stimmung unter den Betroffenen wird zunehmend schlechter“, sagt der Chemnitzer Pfarrer i.R. Christoph Wohlgemuth, „da schwingt Resignation mit.“ Denn auch vier Monate nach Veröffentlichung der Forum Studie, die das Ausmaß sexualisierter Gewalt unter dem Dach der EKD und der Diakonie offenlegt, gehe in der sächsischen Landeskirche „die Betroffenenbeteiligung gegen Null“.

Die evangelischen Landeskirchen und diakonischen Verbände haben sich verpflichtet, bis 2025 Unabhängige Regionale Aufarbeitungskommissionen zu bilden. In diesen Kommissionen werden auch Betroffene ihren Sitz haben. Doch über die weiteren Planungen dazu würde ihnen bisher keine Informationen vorliegen, sagt Christoph Wohlgemuth: „Es wird für uns und über uns beraten, sicher in guter Absicht, aber nicht mit uns.“ Er fordert eine „vollumfängliche Beteiligung“ der Betroffenen.

Christoph Wohlgemuth ist einer von mehr als 30 Männern, die durch den mittlerweile verstorbenen Jugendwart Kurt Ströer als Minderjähriger sexualisierte Gewalt erfahren haben. Heute hilft er in seiner Chemnitzer Kirchengemeinde mit, ein Schutzkonzept vor sexualisierter Gewalt zu entwickeln. Regina König hat mit ihm gesprochen

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