/ 28:56 Min. / ERF Mensch Gott
Wo finde ich Nähe?
Sie hat viele One-Night-Stands – doch die erhoffte Liebe und Nähe findet Eva Merg nicht.
Eva sucht als Jugendliche und junge Frau Liebe und Nähe in wechselnden sexuellen Beziehungen und One-Night-Stands. Statt Annahme erlebt sie dabei vor allem Zurückweisung, und sie denkt: „Mich kann man einfach nicht lieben.“ Der Wendepunkt kommt, als sie während eines Sommerjobs kurz davor ist, eine Affäre mit einem verheirateten Kollegen zu beginnen. Danach wendet sie sich wieder Jesus zu, dem sie schon als Kind begegnet war. Heute weiß Eva nach eigenen Worten, „dass ich geliebt bin, dass ich gewollt bin“. Ihr Wunsch nach einer Partnerschaft ist geblieben, aber er ist nicht mehr verzweifelt.
Evas Suche nach Nähe beginnt in ihrer Kindheit. Als ihre Oma an Krebs erkrankt, zieht die Familie in das Haus der Großmutter, und Evas Mutter ist fast nur noch mit der Pflege beschäftigt. Das lebhafte Mädchen hört damals Sätze wie „Du bist zu laut“ und fühlt sich wie eine Last. In der Grundschulzeit erlebt Eva außerdem, wie eine Gruppe älterer Jungen ihre Grenzen massiv überschreitet. Ihre Geschichte zeigt, wie früh erlebte Ablehnung und Scham die spätere Suche nach Liebe prägen können. Sie zeigt auch, wie Eva einen neuen Blick auf sich selbst gefunden hat.
Warum suchen manche Menschen Nähe in One-Night-Stands?
Bei Eva stand dahinter der Wunsch, angenommen und geliebt zu werden. Diesen Wunsch führt sie auf Erfahrungen von Ablehnung und Einsamkeit in ihrer Kindheit zurück. Die kurzen Begegnungen gaben ihr erst ein Hochgefühl und danach das Gefühl, noch weniger liebenswert zu sein. Das ist Evas persönliche Deutung und keine allgemeine Erklärung.
Warum fühle ich mich nach Sex manchmal einsamer als vorher?
Eva hat genau das erlebt: Am nächsten Tag wartete sie oft vergeblich auf eine Nachricht. Daraus schloss sie: „Mich kann man einfach nicht lieben.“ Sie suchte den Fehler immer bei sich selbst. Rückblickend sieht sie darin ein ungesundes Muster.
Kann Ablehnung in der Kindheit spätere Beziehungen prägen?
Eva erlebt es so. Als Kind hörte sie Sätze wie „Wir können dich gerade nicht gebrauchen“ und fühlte sich als Last. Dieses Gefühl begleitete sie in ihre Partnerschaften. Wie stark solche Erfahrungen bei jemandem nachwirken, ist von Mensch zu Mensch verschieden.
Wie kann man mit Scham über die eigene Vergangenheit umgehen?
Eva erinnert sich daran, wer sie ist: geliebt. Sie sagt der Scham innerlich, dass deren Zeit vorbei ist. Diese Haltung hat sie in ihrem Glauben an Gott gefunden, der ihr nach ihrer Erfahrung vergeben hat. Ganz verschwunden ist die Scham nicht, aber sie hat nicht mehr das letzte Wort.
Hilft Esoterik bei der Suche nach Halt?
Eva hat es mit Meditation und positiven Affirmationen versucht. Sie spürte aber, „dass mich das nicht halten konnte“. Halt fand sie erst in einer persönlichen Beziehung zu Jesus. Das ist ihre persönliche Glaubenserfahrung.
Wie kann man nach langer Zeit wieder mit Gott reden?
Eva fing ganz einfach an. Sie stellte sich vor, dass Jesus im Raum ist, und sprach ihn schüchtern an: Wenn er noch da sei, solle er sich zeigen. Danach erzählte sie ihm von ihrem Tag, „wie wenn man so ein Kind ist und der Vater bringt einen ins Bett“.
Wo finde ich Hilfe?
Wenn dich Einsamkeit, Scham oder deine Beziehungen belasten, kann ein vertrauliches Gespräch ein erster Schritt sein, zum Beispiel mit einer Seelsorgerin oder einem Seelsorger, einer Beratungsstelle oder einer Psychotherapeutin oder einem Psychotherapeuten.
Du steckst in einer schwierigen Lebenssituation und suchst konkrete Hilfe? Schreib uns eine E-Mail oder nutze unser Seelsorge-Portal.
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