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/ 50:52 Min. / ERF Mensch Gott

Auf spiritueller Suche

Eine Begegnung mit dem Übernatürlichen löst in Matheo eine spirituelle Suche aus.

Redaktion: Jonathan Plaß
Jonathan Plaß

Matheo, ein Musikproduzent, der in Berlin aufgewachsen ist, hat jahrelang nach innerem Frieden gesucht: im Leistungssport, auf Partys, mit Drogen, in der Meditation und in esoterischen Praktiken wie dem Öffnen des sogenannten „dritten Auges“. Bei einer Meditation wurde es plötzlich hell um ihn, und er hörte eine Stimme sagen: „Matheo, ich warte immer noch auf dich.“ Matheo war sich sofort sicher, dass Jesus zu ihm sprach. Danach suchte er Jesus noch eine Zeit lang auf esoterischen Wegen, bis er Christen kennenlernte und sich zum christlichen Glauben bekehrte. Heute sagt Matheo über Jesus: „Er ist der Friede, den ich mein Leben lang gesucht habe.“

Matheos Suche beginnt in seiner Kindheit. Er ist in Deutschland geboren, hat einen Teil seiner Kindheit in Kolumbien verbracht und erinnert sich an nächtliche Schattengestalten, die ihm große Angst machten. Als Matheo 12 Jahre alt war, wackelte beim Abendessen plötzlich ein Familienfoto heftig an der Wand. Seine Mutter rief in Panik, jemand sei gestorben. Wenige Minuten später kam der Anruf, dass Matheos Patenonkel erschossen worden war. Später erkrankte Matheos Mutter an Krebs und starb 2013. Matheo verdrängte die Trauer über Jahre. Seine Geschichte zeigt, wie ein Mensch nach Verlust und Angst überall nach Halt sucht und wie er diesen Halt nach eigener Erfahrung im Glauben an Jesus gefunden hat.

 

Was ist mit dem „dritten Auge“ gemeint?

Mit dem „dritten Auge“ ist in esoterischen Kreisen ein inneres Wahrnehmungsorgan gemeint, mit dem man angeblich Geistiges sehen kann. Matheo beschreibt es als Möglichkeit, „in der geistlichen Welt“ zu sehen. Beim Versuch, sein drittes Auge zu öffnen, erlebte Matheo eine plötzliche Kälte und eine Angst, die so stark war, dass er drei Tage lang nicht in seine Wohnung konnte. Danach ließ er diese Praxis bewusst bleiben.

Was passiert, wenn man Trauer verdrängt?

Für Matheo führte verdrängte Trauer nicht zu Heilung, sondern zu innerer Härte. Er beschreibt, dass er nach dem Tod seiner Mutter nach außen gut zurechtkam, aber bitter, kalt und egoistisch wurde und keine echten Beziehungen führen konnte. Wie sich verdrängte Trauer bei anderen Menschen auswirkt, lässt sich aus Matheos Geschichte nicht allgemein ableiten.

Kann Meditation inneren Frieden bringen?

Matheo erlebte Meditation zuerst als hilfreich: Nach Wochen täglicher Atemübungen wurde er ruhiger, und das innere Chaos ließ nach. Im Rückblick sieht er darin aber vor allem eine Methode, mit der er schmerzhafte Gefühle und herausfordernde Menschen wegschob. Den Frieden, den er gesucht hat, verbindet Matheo heute mit seiner Beziehung zu Jesus.

Was bedeutet der Satz „Jesus ist mein Hirte“?

Das Bild vom Hirten steht im christlichen Glauben dafür, dass Gott Menschen führt und für sie sorgt. Es geht unter anderem auf Psalm 23 in der Bibel zurück („Der Herr ist mein Hirte“). Matheo ließ sich den Satz mit 17 tätowieren, ohne die Bedeutung zu kennen. Nach seiner Jesus-Begegnung verstand er den Satz für sich so: Ein Schaf hört auf den Hirten, wenn der Hirte ruft.

Darf man als Christ Angst haben?

Für Matheo gehört Angst zum Glauben dazu: „Es ist okay, Angst zu haben.“ Er verweist darauf, dass auch Jesus vor der Kreuzigung Angst hatte. Nach seiner Krebsdiagnose hatte Matheo zwei Wochen lang Gedanken wie „Werde ich Weihnachten noch leben?“. Geholfen hat ihm, die Angst auszusprechen und trotzdem zu sagen: „Ja, ich habe Angst, aber ich vertraue Jesus.“

Wie kann eine Bekehrung zum christlichen Glauben aussehen?

Eine Bekehrung bezeichnet die bewusste Entscheidung, sich dem christlichen Glauben zuzuwenden. Bei Matheo geschah das allein in seinem WG-Zimmer: Er kniete nieder, bat Jesus, ihn kennenzulernen, und setzte Sätze wie „Du bist geliebt, du bist was wert“ gegen alte Selbstbilder. Matheo betont, dass danach nicht alles auf einmal anders war. Die Lösung von früheren esoterischen Bindungen und die Verarbeitung der Trauer erlebte er als längeren Prozess.

 

Wo finde ich Hilfe?

Wenn dich Trauer, Angst, eine schwere Krankheit oder Probleme mit Drogen belasten, musst du damit nicht allein bleiben. Die TelefonSeelsorge ist rund um die Uhr kostenlos erreichbar unter 0800 1110111 und 0800 1110222. Auch beim ERF kannst du dich melden: Gebet beim ERF.

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