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Zerbrechlich – und trotzdem stark

Talk mit Sven, Esther Lohrer und Sarah Selle.

Als Sven elf Jahre alt ist, wird sein zehnjähriger Cousin entführt, missbraucht und getötet. Der Fall beschäftigt Deutschland monatelang und wird zu einem der größten Ermittlungsfälle der jüngeren deutschen Kriminalgeschichte. Sven steht eher am Rand – und kaum jemand sieht, wie sich sein Leben verändert, als seine Mutter ihm unter Tränen am Küchentisch sagt, dass sein Cousin nicht nach Hause gekommen ist. Als seine Familie dem Täter öffentlich vergibt, sorgt das für heftige Reaktionen. Sven kann diese Haltung zunächst nicht nachvollziehen. Er zieht sich zurück, weil er es nicht erträgt, dauernd auf das Verschwinden seines Cousins angesprochen zu werden. Um sich von Schmerz, Trauer und Wut abzulenken, taucht er tief in die Welt der Online-Spiele ein. Sechs bis vierzehn Stunden am Tag verbringt er vor dem Bildschirm. Kurze Zeit später kommt eine zweite Sucht dazu: Pornografie. Je tiefer Sven in die Sucht rutscht, desto weniger ist von seinem Selbstwert übrig: „Du bist wertlos, du kannst nichts, du bist nichts.“ Als auch noch eine nicht diagnostizierte Depression dazukommt, wird Sven klar, dass es so nicht mehr weitergeht: „Ich will einmal aufatmen, meine Seele muss aufatmen – und sie kann es nicht.“ Auf einer christlichen Jugendfreizeit vertraut sich Sven einem Seelsorger an. Er bricht zusammen und bittet Jesus um Hilfe. Zwei Wochen später hat er einen Traum, der alles verändert.

Ein Stolpern. Eine falsche Bewegung. Für die meisten bedeutet das höchstens einen blauen Fleck – bei Esther Lohrer bricht dabei oft ein Knochen. Schon bei ihrer Geburt bricht sich Esther den Oberschenkel, noch bevor klar ist, was mit ihr los ist: Osteogenesis imperfecta, umgangssprachlich Glasknochen. Es folgen unzählige weitere Brüche und mehr als 25 Operationen. Jahrelang ist Esther auf Krücken, Rollator oder Rollstuhl angewiesen, freies Laufen scheint unerreichbar. Heute geht sie selbstständig zu Fuß. Im ERF Jess Talkwerk erzählt Esther Lohrer, was Schmerz und Ausgrenzung mit ihr gemacht haben – und wie ihr Glaube sie durch die dunkelsten Zeiten getragen hat.

Sarah Selle ist 16, als sie auf einem Campingplatz mit Krämpfen zusammenbricht und ein Notarzt gerufen werden muss. Jahrelang denkt sie es ist eine normale, besonders schmerzhafte Periode. Erst, als sie mit ihrem Mann einen Kinderwunsch verfolgt, erfährt sie, dass der Schmerz einen Namen hat: Endometriose, im vierten und schwersten Stadium. Im ERF Jess Talkwerk spricht Sarah offen über ärztliche Fehleinschätzungen, künstliche Befruchtung und ein intensives Ringen mit ihrem Glauben – der sie trägt und zugleich vor schwierige Fragen stellt. Dabei ist es ihr besonders wichtig, andere Betroffene zu ermutigen und über die oft übersehene Krankheit aufzuklären.

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