/ 56:31 Min. / Talkwerk
Wenn Loslassen dein Leben verändert
Talk mit Eunike Krampulz, Rebekka Graßl und Egzon Shala.
Eunike Krampulz ist Anfang 20, als sie wochenlang nur noch auf dem Sofa liegt und weint. Aufstehen? Unmöglich. Rausgehen? Undenkbar. Was als extremer Ehrgeiz im Praxissemester beginnt, endet in einem Burnout. Denn Eunike ist hochsensibel – und hat jahrelang dagegen angekämpft. Sie wollte beweisen, dass sie mehr leisten kann als alle anderen. Bis nichts mehr ging. Ausgerechnet in dieser Zeit der Verzweiflung macht sie eine Entdeckung über Gott, die alles verändert. Und sagt heute: „Ich würde diesen Tiefpunkt jederzeit wieder durchleben.“ Warum – das erzählt sie im Talkwerk.
Du redest gerade mit jemandem. Mitten im Satz. Und dann – eine Lücke. Du warst da. Und plötzlich bist du weg. Ohne Erinnerung an das, was dazwischen passiert ist. Für Rebekka Graßl ist das kein seltener Moment. In der schlimmsten Phase erlebt sie diese Absencen über 200 Mal am Tag. Mit 14 erkrankt sie an Epilepsie. In der einen Sekunde steht sie noch, in der nächsten liegt sie auf dem Boden, bewusstlos, der Körper außer Kontrolle. Und das alles ohne jegliche Vorwarnung. Jede Treppe kann zur tödlichen Falle werden. Danach folgen die Absencen. Die Prognose der Ärzte ist eindeutig: kein eigenständiges Leben, keine Kinder, dauerhafte Abhängigkeit. Ihre Eltern entscheiden sich anders – gegen den ärztlichen Rat, um ihrer Tochter alle Chancen zu ermöglichen. Entgegen aller Prognosen ist Rebekka Graßl heute seit über einem Jahr anfallsfrei, verheiratet, hat einen Sohn und ein eigenes Unternehmen. Was sie durch diese Jahre getragen hat – darüber spricht sie in dieser Sendung.
Egzon Shala wächst im Kosovo auf. Mit 9 Jahren bricht der Krieg aus. Egzon muss fliehen. Er hört Schüsse, sieht sein Dorf brennen und muss miterleben, wie sein Bruder auf der Überfahrt nach Italien fast ertrinkt. Als Flüchtling kommt er nach Deutschland und lebt später in der Schweiz. Doch egal wohin er kommt, er gehört nirgends dazu. Immer, wenn er das Gefühl hat, angekommen zu sein, wird er wieder entwurzelt. Er darf nicht arbeiten, bekommt keine Lehrstelle und fühlt sich wertlos. Er sucht Halt im Kampfsport, in Partys, in der Moschee. Nichts davon stillt den Schmerz/den Hunger in ihm. Dann lädt ihn seine heutige Frau in den Gottesdienst ein. Ein Kosovo-Albaner in einer christlichen Kirche? Eigentlich undenkbar. Doch aus Liebe kommt er mit. Und dort spricht Gott ihn persönlich an. Egzon kehrt dem Islam den Rücken und ist sich sicher: Mit Jesus wird alles gut. Doch nur zwei Tage nach seiner Taufe wird er in den Kosovo abgeschoben.
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