/ 1:05 Min. / Spruch des Tages
Mit Gott auf Augenhöhe
Ingo Marx über 1. Mose 18,27.
Wer hat schon mal mit Gott gehadert, gesagt, was man wirklich denkt? Viele trauen sich das nicht – zu ehrfürchtig, zu unsicher. Ob das überhaupt erlaubt ist? Dabei erzählt die Bibel eine erstaunliche Szene: Ein Mann verhandelt mit Gott. Ernsthaft und hartnäckig, Runde für Runde. Abram feilscht wie auf einem Markt. Dabei ist er sich durchaus bewusst, was er da tut. Er sagt: „Ich habe es gewagt, dir dreinzureden, Herr, obwohl ich Staub und Asche bin.“ (1. Mose 18,27) Abram weiß, wer er ist – und redet trotzdem. Und das Erstaunliche: Gott lässt es zu. Er ist nicht beleidigt, er winkt nicht ungeduldig ab. Er nimmt seinen Gesprächspartner ernst. Das ist eine Einladung. Auch für uns. Ehrlichen Fragen oder unbequemen Gedanken können Gott nicht erschüttern. Er hält das aus. Du darfst mit ihm ringen, zweifeln, verhandeln. Er hört zu.
Ingo Marx
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