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Das Wort Überidentifikation hat Irritationen ausgelöst

Bischof Hans Jürgen-Abromeit zu massiver Kritik an seinem Israel-Seminar auf der Allianzkonferenz.

„Ich habe gemerkt, dass das Wort Überidentifikation Irritationen ausgelöst hat, die so nicht beabsichtigt waren“, sagte Bischof Hans-Jürgen Abromeit im Gespräch mit Andreas Odrich über die Reaktionen auf ein Seminar mit dem Titel „Zwei Völker – ein Land. Eine biblische Vision für Frieden zwischen Israel und den Palästinensern“, das er am 1. August 2019 auf der Allianzkonferenz in Bad Blankenburg gehalten hatte. Darin hatte Abromeit den Deutschen „aufgrund ihrer Geschichte“ eine „Überidentifikation mit dem Staat Israel“ attestiert. Die Bild-Zeitung hatte dies am Wochenende in einem Artikel mit der Überschrift „Skandal um Anti-Israel-Rede von deutschem Bischof“ aufgegriffen, was zahlreiche Reaktionen zur Folge hatte, unter anderem von den Grünen-Politikern Volker Beck und Konstantin von Notz, die die Rede als „wirr und falsch in der Darstellung des Zionismus“ kritisierten. Auch seine eigene Nordkirche distanzierte sich aufgrund der Meldungen von dem Seminarvortrag. 

Kritik basierte auf verkürzten Agenturmeldungen

Abromeit selbst könne sich die Aufregung nicht erklären, sagte er gegenüber ERF Medien, weil sich die Kritik „nicht auf den Inhalt seines Seminarvortrages sondern nur auf die verkürzten Äußerungen in den Agenturmeldung“ bezögen. Der Vortrag sei nicht anti-israelisch sondern pro-israelisch. „Ich bin bewegt, auch aufgrund einer langen Verbundenheit mit Israel, dass es in dem Friedensprozess leider keine Fortschritte in den Friedensgesprächen gegeben hat“, so Abromeit. Er habe in dem Seminar anhand biblischer Texte aus dem Alten und dem Neuen Testament versucht, Lösungswege aufzuzeigen. Dies sei von den Teilnehmern engagiert diskutiert worden. Im Nachgang habe er eine „Unmenge“ an E-Mails und Telefonanrufen bekommen, von denen „rund 60 Prozent bestärkend“ und „40 Prozent eher negativ“ gewesen seien. Abromeit hatte sich zudem in einem Konferenzvortrag kritisch mit dem Christusbild der Deutschen Christen auseinander gesetzt. Es sei „ausgesprochen lächerlich“, den Jesus, „der über Jerusalem geweint“ habe, zu arisieren. 


Hinweise 
Die Abschrift des gesamten Interviews erscheint demnächst auf ERF.de

Die Seminarrede finden Sie beim evangelischen Magazin zeitzeichen .

Den Konferenzvortrag Abromeits zum Hebrärerbrief auf der Allianzkonferenz haben wir hier veröffentlicht.

 


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