18.08.2025 / Text-Beiträge

Worauf kommt es an?

Was ewig hält.

Ich überlegte: Worin unterscheidet sich der Weise vom Unverständigen und Verblendeten? Was wird der Mann tun, der einmal als mein Nachfolger auf dem Königsthron sitzen wird? Was schon jeder vor ihm getan hat? Ja, es stimmt: Weisheit ist besser als Unvernunft, so wie Licht besser ist als Finsternis. Der Weise läuft mit offenen Augen durch die Welt, doch der Unvernünftige tappt im Dunkeln. Und trotzdem wartet auf beide dasselbe Los! Als ich das erkannte, fragte ich mich: Wenn mich das gleiche Schicksal trifft wie den Unverständigen – wozu habe ich mich dann überhaupt so sehr um Weisheit bemüht? Da begriff ich, dass auch der Nutzen der Weisheit letztendlich bedeutungslos ist. Denn später erinnert sich niemand mehr an den Weisen, genauso wenig wie an den Unwissenden. Wie bald sind beide vergessen – der Tod macht keinen Unterschied! Da begann ich das Leben zu verabscheuen, alles Tun auf der Welt kam mir unerträglich vor. Denn es ist so vergeblich, als wollte man den Wind einfangen. Auch mein Besitz, für den ich mich mein Leben lang abgemüht hatte, war mir verleidet, denn ich begriff, dass ich einmal alles meinem Nachfolger hinterlassen muss. Und wer weiß schon, ob der weise oder töricht sein wird? Doch er wird alles besitzen, was ich durch meine Arbeit und mein Wissen erworben habe. Wo ist da der Sinn? Als ich das erkannte, begann ich zu verzweifeln, weil ich mich mein Leben lang so geplagt hatte.  (Prediger 2,12-20)

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Der Schreiber hat sich sein Leben lang bemüht. Er hat viel Weisheit und Reichtum angehäuft. Zudem hatte er das Amt eines Königs inne. Doch nun blickte er auf all sein Erreichtes und merkte:

„Nichts von dem wird mir bleiben, wenn ich einmal sterben werde. Und ich werde es an meinen Nachkommen vererben, von dem ich nicht wissen kann, wie dieser mit meinem Erarbeiteten umgehen wird.“

Frust machte sich beim Schreiber breit …

Wie geht es dir damit? Kennst du diese Gedanken auch? All das, was du gerade leistest, alles, was du erreichst, wird auf lange Sicht keine Bedeutung mehr für dich haben. Denn du wirst nichts von dem mitnehmen können, wenn du von dieser Erde gehst.

Es ist richtig und wertvoll, sich zu bemühen. Und ja, wir dürfen genießen, was wir erreicht haben. Zudem ist es absolut wertvoll, Liebe an andere Menschen weiterzugeben. Zur Nächstenliebe sind wir als Christenheit von Gott selbst absolut angehalten! Und doch vergessen wir Menschen bei dem ganzen Tun schnell, um wen oder was es eigentlich geht: Es geht um Gott. Nur er ist ewig. Und nur bei ihm werden wir einmal ewig sein. Wie leben wir also? So, als wäre diese Welt hier alles? Oder mit der Perspektive auf Jesus? Mit der Perspektive Ewigkeit?


Dieser Text von Annemieke Binggeli wurde zuvor auf www.stayonfire.de veröffentlicht.