26.09.2026 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Wirklich durchgezogen

Die Jünger aber entsetzten sich über seine Worte. Aber Jesus antwortete wiederum und sprach zu ihnen: Liebe Kinder, wie schwer ist’s, ins Reich Gottes zu kommen!

Markus 10,24

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Der Beste sein. Die Klügste. Der Schnellste. Die Hübscheste. Der Erfolgreichste. Die Liebevollste.

Es gibt ziemlich viele Bereiche, in denen ich gut verstehen kann, warum man ganz vorne mitspielen will. Besser sein als andere, das reizt mich schon. Anerkennung bekommen. Bewundert werden. Gewinnen.

Aber dann gibt es Dinge, bei denen wirklich niemand freiwillig Erster sein will: verspottet werden, angespuckt werden, Schmerzen aushalten, verachtet werden. Da will man nicht vorne stehen. Ich jedenfalls nicht.

Und genau deshalb trifft mich ein Satz von Jesus Christus aus dem Markusevangelium Kapitel 10,34 hart. Dort spricht er von sich in der dritten Person: „Sie werden ihn verspotten, anspucken, auspeitschen und ihn schließlich töten, doch nach drei Tagen wird er auferstehen.“

Jesus wusste, was kommt. Er wurde nicht überrascht. Er ist da nicht blind hineingelaufen. Er hat es angekündigt. Und dann ist er diesen Weg tatsächlich gegangen. Das finde ich kaum zu fassen.

Während ich Schmerz möglichst vermeide und Demütigung am liebsten ganz ausschließen würde, geht Jesus genau diesen Weg. Frei gewählt. Aus Liebe. Für uns.

Krass ist dafür fast ein zu kleines Wort. Mich macht das still. Weil ich merke: Hier zieht nicht einfach jemand etwas durch. Hier gibt Gottes Sohn sich selbst hin.

Was löst das bei Ihnen aus, wenn Sie hören, was Jesus Christus bewusst auf sich genommen hat?

Autor/-in: Bernd Kortmann