31.05.2026 / Wort zum Tag
Wer bin ich?
Wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihre Summe so groß!
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Wer bin ich? Wer bin ich?! Macht mein Beruf mich aus? Bin ich Kaufmann oder Müllwerker, Lehrerin oder Verkäuferin, Abteilungsleiter oder Friseurin, Studentin oder Schüler? Wer bin ich? Bestimmen mich meine Beziehungen? Bin ich vor allem Sohn oder Tochter, Mutter oder Vater, Freundin oder Kumpel? Wer bin ich?
Wichtiger noch als der Beruf und andere Menschen ist das, was Gott über mich denkt. Manchmal erscheint mir Gott weit weg. Doch ich weiß, dieses Empfinden geht an der Wirklichkeit vorbei. Im Alten Testament wird in einem ausführlichen Gebet die Nähe Gottes zu uns Menschen beschrieben. Psalm 139 macht es ganz deutlich: Gott sieht mich, Gott kennt mich, Gott will mich.
Psalm 139 beginnt mit den Worten: „HERR, du hast mich erforscht und kennst mich ´ganz genau`. Wenn ich mich setze oder aufstehe – du weißt es; meine Absichten erkennst du schon im Voraus.“ Ja, Gott bringt mir tiefe, liebevolle Aufmerksamkeit entgegen. Gott kennt nicht nur meine Taten, sondern auch meine Gedanken und das, was mich antreibt.
Der Beter beschreibt dann, dass es keinen Ort gibt, an dem ich vor Gott fliehen könnte – weder in der Höhe noch in der Tiefe, weder im Licht noch in der Dunkelheit. Das ist Dank Jesus für mich keine Drohung, sondern ein Trost: Egal, wo ich bin oder wie ich mich fühle, Gott ist schon da. Ich bin nicht allein in meiner Angst, meiner Traurigkeit, meinem Zweifel. Dann betet der weiter: „Kunstvoll hast du mich gebildet im Leib meiner Mutter.“ Ja, schon vor meiner Geburt hat Gott mich gesehen. Mein Leben ist kein Zufall, kein Versehen. Jeder Mensch ist von Gott gewollt und mit Würde geschaffen. Das ist die tiefe Überzeugung und das Fundament in meinem Leben. Ich bin von Gott gewollt und geliebt.
Am Ende des Psalms staunt der Beter darüber, wie unzählbar Gottes Gedanken über ihn sind. In Psalm 139 Vers 17+18 lese jch:
„Wie kostbar sind für mich deine Gedanken, o Gott, es sind unbegreiflich viele!
Wollte ich sie zählen, so wären sie zahlreicher als alle Sandkörner ´dieser Welt`.“
Das heißt, Gott denkt an seine Menschen – nicht gelegentlich, sondern beständig. Mit Fürsorge, Liebe und Hoffnung. Der Beter verwendet ein eindrucksvolles Bild, um zu veranschaulichen, wie oft Gott an ihn denkt. Er stellt sich vor, wie viele Sandkörner den Strand bedecken – doch Gottes Gedanken sind noch zahlreicher. Gott hat unbegreiflich viele gute, kostbare Gedanken über mich.
Psalm 139 lädt mich ein, den großen Gott anzubeten und meine Gedanken auf ihn zu richten.