07.09.2026 / Anstoß - Gedanken zum Tag
Wenn ich wüsste, wo ich Gott finde
Hiob antwortete und sprach: Auch heute lehnt sich meine Klage auf; seine Hand drückt schwer, dass ich seufzen muss. Ach dass ich wüsste, wie ich ihn finden und zu seiner Stätte kommen könnte!
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Es gibt in der Bibel dicke und es gibt dünne Bücher. Die Leidensgeschichte von Hiob ist eher ein dickes, dieses Buch hat zweiundvierzig Kapitel. Ein Drama. Der fromme Hiob wird ausgeraubt, ein Unwetter fegt seinen ganzen Besitz hinweg, seine sieben Kinder sterben. Und dann wird er auch noch selbst schwer krank. Sein Unglück reißt ihn in eine tiefe Depression. Die größte Not in seinem Elend formuliert Hiob ungefähr in der Mitte Geschichte, Kapitel 23, Verse 1 bis 3: Hiob sagte: »Auch heute muss ich bitter klagen, schwer lastet Gottes Hand auf mir, ich kann nur noch stöhnen! Wenn ich doch wüsste, wo ich ihn finden könnte und wie ich zu seinem Thron gelange! (HFA)
Wenn ich doch nur wüsste, wo ich Gott finden könnte! Das fragt sich Hiob, und das frage ich mich auch manchmal. Auch ohne, dass es mir so elend geht wie ihm. Ich lerne durch die Hiob-Geschichte: ich werde Gott finden, wenn er es will. Wenn sein Moment dafür gekommen ist. Manche Lebensphasen umfassen eben viele Kapitel, bis ein Happyend geschrieben werden kann. Das Hiob-Buch tröstet mich damit, dass Gott nicht erst am Ende da ist. Gott ist immer da. Mittendrin. Auch in meiner Geschichte. Wenn er lange Zeit unsichtbar bleiben will, ihm dann trotzdem zu vertrauen, das kann ich von Hiob lernen und damit kann ich an meiner Lebensgeschichte weiterschreiben, an bösen und an guten Tagen.
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