20.05.2026 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Wenn das Gewissen schlägt

Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? Und er sprach: Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich.

1. Mose 3,9 f

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Adam und Eva, das erste Menschenpaar, schlendern durch den Garten Eden. Neugierig. Vergnügt. Die beiden teilen ihre Begeisterung miteinander. Freuen sich auch aneinander. Probieren wie kleine Kinder alles aus. Und sind buchstäblich vertrauensselig.

Doch dann kommt die verbotene Frucht ins Spiel – und die Schlange. Die vermischt wahre Aussagen mit dreisten Lügen. Gelogen ist die Behauptung: „Ihr werdet ganz bestimmt nicht sterben.“ Sachlich richtig ist indessen die Behauptung der Schlange: „Ihr werdet wissen, was gut und böse ist.“ So etwas wie ein Rechts- und Unrechtsbewusstsein war bisher Gott vorbehalten. Aber um welchen Preis gewinnen Adam und Eva einen Sinn dafür? Die Scham tritt in ihr Leben – das schlechte Gewissen – Angst vor den Folgen von Fehlverhalten. Und so heißt es im ersten Buch der Bibel in Kapitel 3: „Gott der Herr ruft den Menschen und fragt: ‘Wo bist du?’“ Und was antwortet der Mensch, was antwortet Adam? „Ich habe dich im Garten gehört und Angst bekommen. Ich habe mich versteckt, weil ich nackt bin.“

Bis dahin waren Adam und Eva buchstäblich schamlos und arglos unterwegs im Paradies. Damit ist es nun vorbei. Seither müssen die Menschen – alle Menschen – stets die Folgen ihres Tuns bedenken. Geschaffen sind wir als Töchter und Söhne des Höchsten. Wir sind fähig zu lieben und berufen zur Gemeinschaft, aber wir sind eben auch allesamt fähig zum Schlimmsten.

Und Gott? Der wollte uns garantiert nicht dumm halten. Gott hat die folgenreiche Entscheidung der ersten Menschen respektiert, er respektiert auch Ihre und meine Entscheidungen. Wie damals, so wirbt Gott auch heute um Ihr und mein Vertrauen.

Autor/-in: Markus Baum