27.01.2021 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Weisheit von Oben

Wenn es aber jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern und ohne Vorwurf gibt.

Jakobus 1,5

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Man kommt ja aus dem Staunen nicht mehr raus, wieviele Fachleute es hierzulande gibt. Seit Corona uns beschäftigt, schießen die Virologen wie Pilze aus dem Boden. Fast jeder hat etwas beizutragen zum Thema, und man wirft mit Fachbegriffen nur so um sich. Weiß Bescheid über Infektionsketten und Übersterblichkeit. Begriffe, die vor einem knappen Jahr nur wenigen Wissenschaftlern bekannt waren. 

Anderes Thema: Fußball. Wie oft hatte ich nach einem verlorenen Spiel der Nationalmannschaft schon den Eindruck: Alles Fachleute. Jeder hatte eine Erklärung für die Niederlage. In meinen Ohren klang das so, als ob mindestens jeder dritte Deutsche zu Hause irgendwo ein Trainerdiplom rumliegen hat. Man will dabei sein, mitreden und den Eindruck erwecken, als hätte man Ahnung vom Thema. Egal welches. Wer gibt schon gerne zu, dass er von etwas keine Ahnung hat. Ist uncool, macht man nicht, dann schon lieber so tun, als ob. 

Dabei haben schon die alten Griechen entdeckt: Wirklich weise ist der, der nicht alles weiß. „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ wird Sokrates zitiert, nachweislich einer der klügsten Männer der Antike. Also: Ich kann ruhig eingestehen, dass ich manches, sogar vieles nicht weiß. Das ist kein Makel – im Gegenteil, genau das ist echte Weisheit. Wenn es Ihnen ähnlich geht wie mir, dann ist genau bei dem Thema noch Luft nach oben.

Gott sei Dank weiß Gott das und will dem abhelfen. So steht es jedenfalls im Jakobusbrief, ich zitiere: „Fehlt es einem von euch an Weisheit, dann soll er sie von Gott erbitten; Gott wird sie ihm geben, denn er gibt allen gern und macht niemandem einen Vorwurf.“ Na, das ist doch mal ein Angebot, oder? 

Autor/-in: Stefan Loß