26.06.2026 / Wort zum Tag
Weihnachten im Sommer?
Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Tausenden in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist.
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Haben Sie in diesem Jahr schon an Weihnachtsgeschenke gedacht? Ist nicht mehr lange hin, in sechs Monaten ist Weihnachten schon fast wieder vorbei. Und es dauert auch nicht mehr lange und die ersten Weihnachtssachen werden wieder in den Supermärkten zu sehen sein. Wie oft habe ich mich schon darüber geärgert, dass das große Geschäft gefühlt immer früher losgeht. Für mich beginnt die Weihnachtszeit und die Vorbereitungen auf das große Fest immer erst mit dem Advent.
Als es im Bekanntenkreis mal wieder um dies Thema ging und der Ärger von einigen unüberhörbar war, sagte eine Freundin: Ich habe mich früher auch immer darüber geärgert. Aber dann habe ich mir klargemacht, dass wir uns doch zu jeder Jahreszeit darüber freuen können, dass Jesus in diese Welt gekommen ist und uns den Zugang zu Gott ermöglicht hat.
Aber warum mitten im Sommer solche Gedanken. Die kamen mir, als ich die heutige Losung der Herrnhuter Brüdergemeine aus dem Buch des Propheten Micha las. Dort heißt es in Micha 5, Vers 1: Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Tausenden in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist.
Diese Weissagung des Propheten Micha gehört für viele Christen unbedingt zu Weihnachten. Sie macht deutlich, dass Jesus nicht zufällig in Bethlehem geboren wird. Gott hat dies durch den Propheten siebenhundert Jahre vor Jesus verheißen. Menschlich ist es eher unwahrscheinlich, dass in dem kleinen Bethlehem Gott selbst zur Welt kommt. Nicht das große prächtige Jerusalem mit seinem Tempel und all den Palästen wählt Gott. Es ist eine kleine Herberge mit einem Stall. So ist Gott!
Im zweiten Text dieses Tages aus dem Neuen Testament wird beschrieben, wie die „Weisen aus dem Morgenland“, Sterndeuter aus dem fernen Osten, nach Jerusalem kommen, um den neugeborenen König der Juden anzubeten. Sie nehmen an, dass dieser neugeborene König im Königspalast geboren ist. Als sie dort nachfragen und die Berater von König Herodes Schriften zitieren, in denen diese Ankunft vorhergesagt wird, ist König Herodes sofort höchst alarmiert. Ein neuer König? Das bedeutet Gefahr für ihn. Die Schriftgelehrten nennen ihm die Stelle aus dem Micha Buch. Bethlehem ist die Stadt, aus der der Messias, der Erlöser Israels kommen soll. Herodes hätte lachen können, wenn er an das kleine Bethlehem denkt. Was kann aus so einem Nest schon Großes kommen. Aber er ist ein Machtmensch, ein grenzenlos grausamer Tyrann, der auch vor Mord in seiner eigenen Familie nicht zurückschreckt. Aus Sorge, dass seiner Herrschaft hier eine Gefahr droht, lässt er alle Neugeborenen Kinder in Bethlehem töten.
Dabei hätte er wissen können, dass ihm von diesem Herrscher keine Gefahr droht. Jesus ist von anderer Qualität als jeder weltliche König. Er ist von Anfang an da und er wird herrschen bis in alle Ewigkeit. Wenn er schon von Anfang an da ist und in Ewigkeit sein wird, kann kein weltlicher Herrscher ihn klein machen. Immer wieder haben die unterschiedlichen Tyrannen versucht, diesen himmlischen Herrscher loszuwerden, indem sie seine Nachfolger verfolgen. Das müssen Christen bis heute in vielen Ländern dieser Welt erleben. Aber dieser König kommt nicht in die Welt, um Tyrannen zu beseitigen, sondern er kommt, um für jeden Menschen den Weg zu Gott freizumachen.
Um sich darüber zu freuen, braucht es wirklich keiner Weihnachtsstimmung. Das geht auch im Juni mit langen Tagen und kurzen Nächten. Ich wünsche Ihnen auch mitten im Sommer die Freude darüber, dass Gott in diese Welt kommt, damals im kleinen Bethlehem und heute bei uns.