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04.09.2026 / Talkwerk
Was trägt mich in der dunkelsten Zeit?
Talk mit Johanna Stollsteimer, Alina Gies und Daniela Ditthard.
Was Menschen in tiefen Lebenskrisen trägt, ist selten eine schnelle Lösung – sondern das Gefühl, nicht allein zu sein: eine Person, die bleibt; ein Schritt, der möglich ist; die Erfahrung, dass andere das Gleiche überlebt haben. Drei Frauen erzählen im Talkwerk, wie sie durch HIV-Diagnose, Angststörung und plötzlichen Verlust gegangen sind – und was sie getragen hat.
Als ihr Mann Philipp 2024 beim Bergwandern tödlich verunglückt, steht Johanna Stollsteimer plötzlich allein da mit drei Kindern und einem Leben, das sich komplett verändert hat. Die Logopädin erzählt im Talkwerk, wie sie in Trauer und Schmerz durch diese Zeit getragen wurde.
Wenn Alina als Kind Nasenbluten hatte, mussten alle einen weiten Bogen um sie machen. Die Blutung stoppen und Taschentücher wechseln musste sie allein. Als sie sich mit 14 taufen lassen will, sagt ihre Pflegemutter: „Da ist etwas, das du vorher wissen solltest: Du hast HIV." Diese Aussage erschüttert Alinas Leben in seinen Grundfesten. Ihr wird geraten, ihre Erkrankung geheim zu halten – aus Angst, dass sie ausgegrenzt wird. Bis zum 18. Lebensjahr hält sie sich daran. Doch sie spürt: Aus der Erkrankung ein Geheimnis zu machen ist belastender als die Krankheit selbst – zumal sie seit über 18 Jahren unter der Nachweisgrenze ist. Bei einem Treffen der Deutschen AIDS-Hilfe für HIV-Erkrankte unter 18 Jahren stellt sie fest: So viele der Erkrankten sind perspektivlos und leiden unter der Ausgrenzung. Für Alina ein Wendepunkt. Sie beschließt, auf ihr Leid und das der Kinder aufmerksam zu machen und ihnen Hoffnung zu geben. Jetzt erzählt sie ihre Geschichte – bei ERF Jess.
Wie fühlt es sich an, wenn die Angst das Leben übernimmt? Daniela Ditthardt kennt die Antwort. Schleichend entwickelt sich bei ihr eine Angststörung, die sie zwei Jahre lang kaum das Haus verlassen lässt. Panikattacken, Todesangst, die Unfähigkeit, ein Krankenhaus zu betreten – und mittendrin ein Gefühl, das sie selbst so beschreibt: „Die Angst vor der Angst war das Schlimmste." Was folgt, ist ein langer Weg zurück: Psychiater, Medikamente, Reha – und dann Schritt für Schritt die Konfrontation mit dem, was sie am meisten fürchtet. Heute ist die Angststörung weg. Im Talkwerk spricht sie offen darüber, warum psychische Erkrankungen kein Glaubensproblem sind – und was wirklich hilft.
Wenn dich dieses Thema selbst betrifft oder du jemanden kennst, musst du nicht alleine damit sein: Telefonseelsorge – kostenlos, anonym, 24/7 ???? 0800 111 0 111 | www.telefonseelsorge.de