27.11.2021 / Anstoß - Gedanken zum Tag
Was macht wirklich satt?
Beweise deine wunderbare Güte, du Heiland derer, die Zuflucht suchen vor denen, die sich gegen deine rechte Hand erheben.
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Dominosteine, Schokoherzen, Karpfen und Gänsebraten. Advent und Weihnachten, Zeit der vollen Bäuche. Wohlstandsmenschen stöhnen gerne unter dieser süßen Last, und hauen am Ende doch wieder voll rein.
Psalmdichter David hat auch Hunger. Allerdings steht ihm weniger der Sinn nach kiloweise Süßwaren. David hat Hunger nach Gottes Gerechtigkeit. Er leidet unter der Verfolgung durch seine Feinde, und seine Worte, die er vor 3000 Jahren verfasst, stehen stellvertretend für alle Menschen, denen bis heute täglich Leid widerfährt, weil sie geknechtet und unterdrückt werden:
"Beweise deine wunderbare Güte, du Heiland derer, die Zuflucht suchen vor ihren Feinden."
David steht in dringender adventlicher Erwartung der Ankunft des Retters und Erlösers. David weiß: erst wenn dieser kommt, wird das Leid ein Ende haben. Nicht Dominosteine und Gänsekeulen bringen bei David Befreiung und Erlösung. Und deshalb schließt er seinen Psalm, in dem er den Festtagstisch freiräumt von allem, was uns träge und dick macht, und Gott zuruft:
"Ich will satt werden, wenn ich erwache, an deinem Bilde." Gottes Gerechtigkeit ist's, die wir zu Weihnachten feiern. Gott, der in Jesus Mensch geworden ist, und uns seine bedingungslose Liebe zeigt, und die Verfoltgen befreit. Und da bin ich mit David einer Meinung: das kann ich kaum erwarten und lebe darauf hin. Auch mich macht erst dieses Bild so richtig satt.