09.05.2026 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Warum bin ich so mutlos?

Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

Psalm 43,5

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Ich bin wirklich dankbar, dass der Winter schon lange vorbei ist. Die Dunkelheit, der graue Himmel, das trübe Licht am Morgen. Das zehrt an meinen Kräften. Wenn ich früh aufstehe und es draußen noch dunkel und kalt ist, kostet mich das mehr, als ich manchmal zugeben will.

Natürlich weiß ich, dass die Tage im Lauf des Frühjahrs länger werden. Dass die Sonne häufiger rauskommt. Und da ist noch mehr Hoffnung, die ich haben kann: Dass es eine warme Mahlzeit gibt. Dass die Menschen, die mir wichtig sind, gesund sind. Dass heute keine Bombe einschlägt.

Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Und gerade deshalb ist es wichtig, sich das immer wieder vor Augen zu halten.

Der Schreiber von Psalm 43 kennt das Gefühl ebenfalls. Winterdepression. Antriebslosigkeit. Er stellt sich eine ehrliche Frage – und beantwortet sie direkt selbst:

„Warum bin ich so mutlos? Warum so traurig? Auf Gott will ich hoffen, denn eines Tages werde ich ihn wieder loben. Meinen Retter und meinen Gott."

Er redet sich nicht aus seiner Traurigkeit heraus. Er redet nichts schön, sodass man es ihm wirklich abnimmt. Im Gegenteil, er setzt auf etwas anderes. Es sagt: Auf Gott will ich hoffen. Nicht weil die Umstände es hergeben, sondern weil Gott vertrauenswürdig ist.

Das erlebe ich auch so. Es gibt Tage, da fällt mir mein Glaube leicht. Und Tage, da fällt mir das Glauben echt schwer. Aber die Wahrheit bleibt dieselbe: Mein Retter ist und bleibt Gott!

Worauf setzen Sie ihr Vertrauen an Tagen, an denen es Ihnen nicht gut geht? Ich hätte da einen Tipp: Wie wäre es mit Gott?!

Autor/-in: Bernd Kortmann