03.10.2021 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Warten kann hart sein

Voll Mitleid und Erbarmen ist der Herr.

Jakobus 5,11

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Manchmal frage ich mich ja schon, wofür ich das eigentlich alles hier mache! Ich rackere mich auf der Arbeit ab, engagiere mich ehrenamtlich und bin für meine Familie da, wo ich nur kann. Und dann kommt doch wieder ein Tiefschlag. Ich sehe keinen Erfolg bei allem was ich auch tue. Das ist frustrierend und demotivierend. Das Einzige, was mich dabei gelegentlich tröstet ist die Erkenntnis, dass ich damit nicht alleine bin auf der Welt. Überall und zu jeder Zeit machen Menschen diese Erfahrung.

Deutlich wird das an einem Abschnitt aus dem Brief des Jakobus in der Bibel. Da schreibt Jakobus den Christen, die voll Ungeduld darauf warten, dass Jesus wiederkommt. Sie machen dabei offensichtlich ebenso frustrierende Erfahrungen wie ich heute. Deshalb macht Jakobus in sehr einfühlsamen und plastischen Worten deutlich, dass sie Geduld haben müssen. Wie ein Bauer, der den Samen sät, auf die Ernte warten muss, so muss auch ich in meinem Leben auf bestimmte Dinge warten. Das kann ziemlich anstrengend und hart sein. Das gelingt aber mit der Hilfe von Jesus.

Das vermittelt Jakobus den Lesern seines Briefes, und er weckt ihre Zuversicht, indem er über Jesus schreibt: "Er ist voller Barmherzigkeit und Liebe." (Jakobus 5,11) So ist Jesus. Und weil er so ist, weiß ich, dass auch alles Übel dieser Welt, aller Frust und Ärger nicht das letzte Wort haben. Das letzte Wort in allen Dingen im Diesseits und Jenseits hat Jesus. Und darauf setze ich meine Hoffnung im Glauben an ihn. Und gerade heute, wenn Menschen in Deutschland den Tag der Deutschen Einheit feiern, ist auch das ein Beispiel genau dafür. 40 Jahre lang haben Menschen dafür gebetet, dass Deutschland wieder vereint wird. Sie haben ihre Hoffnung trotz aller Widerstände auf Gott gesetzt. Ihr Glaube und ihre Geduld sind am Ende belohnt worden.

Autor/-in: Horst Kretschi