22.08.2026 / Wort zum Tag

Warm und kalt aus einem Mund …

Aus einem Munde kommt Loben und Fluchen. Das soll nicht so sein, meine Brüder und Schwestern.

Jakobus 3,10

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Ein Märchen aus Österreich kam mir gleich in den Sinn, als ich über den Vers aus Jakobus 3 nachdachte.
(Quelle: Die schönsten Märchen aus Österreich, o. A., o. J.)

Es war einmal in einem bitterkalten Winter. Ein Mann schlug Holz im Wald.
Trotz der schweren Arbeit fror den Mann und seine Hände wurden steif vor Frost.
Ihn beobachte ein Waldmännlein. Der Mann erklärte ihm die Sache. 
„Im Mund ist's warm, und mit dem warmen Hauche, wärme ich mir meine Hände.“
Da kam die Mittagszeit. Der Mann bereitete am Feuer seine Suppe zu und das Waldmännlein verfolgte jeden Handgriff beim Kochen.
Als es aber sah, dass unser Holzhauer beim Essen seinen Löffel, der gehörig dampfte, unaufhörlich anblies, konnte es sich nicht enthalten, zu fragen:
„Ist die Suppe denn vom Feuer nicht warm genug, dass du sie anhauchst wie deine kalten Hände?"
 „Wenn ich aus dem Mund auf den Löffel blase, kühlt die Suppe schneller ab!" war seine Erklärung.
Das schien dem Waldgeist doch zu arg; er sprach entsetzt: "Was bist du für ein sonderbares Wesen, dem's bald warm, bald kalt aus seinem Munde kommt?“

„Aus einem Munde kommt Loben und Fluchen. Das soll nicht so sein, meine Brüder und Schwestern“, schreibt Jakobus in seinem Brief (Jakobus 3,10).
In meiner Jugendzeit haben wir gesungen: „Unser Mund, der ist voll Jubel, unser Herz, das ist voll Dank, dass du uns hast erlöset, erkauft ein Leben lang.“
So soll es sein. Aus unserem Mund soll das Lob Gottes erklingen.
Aber einen Menschen oder eine Sache mit einem Fluch belegen, steht uns nicht zu.

Was ist denn überhaupt ein Fluch? In Wikipedia steht folgendes dazu: “Ein Fluch oder eine Verfluchung ist ein Spruch, der Unheil bringen soll oder auch zur Sühne bewegen.“

Ich finde, das dürfen wir doch getrost Gott überlassen, der den Überblick hat.

Schon als Kind haben meine Eltern mir beigebracht, dass man nicht fluchen soll.
Das hat sich tief bei mir eingeprägt. Ich bin ihnen sehr dankbar dafür.

So habe ich das Fluchen nie wirklich gelernt. Später habe ich dann verstanden, dass mit der Sünde auch der Fluch in die Welt gekommen ist. Ich habe auch verstanden, dass Jesus Christus in unsere Welt gekommen ist, um diesen Fluch von uns zu nehmen. Er ist für uns am Fluchholz, am Kreuz gestorben, um den Fluch hinweg zunehmen.
Durch seinen Tod und seine Auferstehung von den Toten, hat er den Fluch überwunden. Wir dürfen seinen Sieg für uns in Anspruch nehmen.
Durch ihn ist es nun möglich geworden, dass wir zwischen Pusten und Fluchen unterscheiden können.

So bleibt es zwar bestehen, dass aus unserem Mund sowohl Warmes wie auch Kaltes kommen kann. Doch beides kann ein Segen sein.

Autor/-in: Eberhard Adam