27.09.2026 / Wort zum Tag
Wackelkandidaten
Der HERR verstößt sein Volk nicht um seines großen Namens willen.
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Das „Wort zum Tag“ heute richtet sich an Wackelkandidaten. Wackelkandidaten im Glauben. Wenn Sie dazu nicht gehören, können Sie jetzt abschalten oder umschalten.
Wir schalten uns zu - zu einer wichtigen Grundsatzrede des alt gewordenen Staatsmannes Samuel. Dreitausend Jahre vor unserer Zeit. – Lange hat Samuel als Prophet und Richter das Volk Israel regiert. Nun, nachdem Saul König wurde, tritt Samuel politisch in den Hintergrund und verabschiedet sich in einem großen Rechenschaftsbericht. Dieser Rechenschaftsbericht wird zur Geschichtsstunde. Samuel stellt den Hörern die letzten Jahrhunderte vor Augen. Von Abraham über Mose bis heute. Gott hat die Nachkommen Abrahams berufen, ein Modellvolk zu sein, an dem alle Völker sehen, wie Gott handelt. Sie sollen ein Segen sein für alle Völker. Sie sollen ihm vertrauen. Und tatsächlich: Das Volk hat unglaubliche Erfahrungen mit Gottes Handeln und Hilfe gemacht. Immer wieder haben die Israeliten ihm Treue geschworen. Doch jeweils kurze Zeit später: Zweifel, Geschimpfe, Neid auf andere Völker; Gott soll uns doch einfach in Ruhe lassen; wir wollen kein Modell sein. Wir wollen nicht erwählt sein.
Dieses Hin und Her zieht sich über Jahrhunderte.
Je länger Samuel erzählt, je länger die Geschichte wird, desto länger werden die Gesichter der Zuhörer. Denn es wird ein Muster sichtbar, das sich immer wiederholt:
Immer wieder schenkt Gott einen Neuanfang. Einen neuen Nullpunkt. Er wirbt neu um Vertrauen. Er hilft aus der Patsche. Und das Volk? Immer neue Versprechen. Immer neue religiöse Klimmzüge, die aber nur den Zweck haben, sich Gott zu entziehen. Die bohrenden Zweifel: Meint Gott es wirklich gut mit uns? Geht es nicht anderen viel besser?
Das Volk stützt sich auf vermeintliche Krücken: Politische Verbündete, Militärische Abenteuer, Religiöse Kompromisse. Klare Verabschiedungen vom Gott Israels.
Was für ein endloses Hin und Her. Was für ein Zickzack-Kurs. Was für ein Gezoppel, was für Wackelkandidaten!
Und wie soll es jetzt weitergehen? Wie wird diese Geschichte enden?
Wird es nicht langsam peinlich für Gott, dass sein heiliger Name im gleichen Atemzug genannt wird wie der unserige? Wie wird sein Name in den Schmutz gezogen!
Müsste nicht Gott irgendwann mal sagen: Jetzt reicht s. Das ist ja nicht zum Aushalten. Bis hierher und nicht weiter. Genug ist genug. Irgendwann reißt der Geduldsfaden. Irgendwann gibt es keine Hoffnung mehr auf eine Fortsetzung der Beziehung. Irgendwann muss Schluss sein.
Wie endet der Geschichtsunterricht des Samuel?
Der Herr verstößt sein Volk nicht um seines großen Namens willen.
Ungläubiges Aufatmen: Wirklich? Was hat er da gesagt? Es geht weiter? Es gibt eine Zukunft?
Ja. Der Herr verstößt sein Volk nicht um seines großen Namens willen.
Nicht weil Gott denkt: Das Volk wird endlich klüger oder konsequenter oder vertrauensvoller. Sondern weil er seinen Namen auf dieses Volk gelegt hat.
Weil er keinen Zickzack Kurs fährt, sondern sich treu bleibt.
Wenn Ihnen Ihr Leben vorkommt wie ein Zickzack-Kurs, dann ist dieses Wort des Samuel an das Volk Israel Gottes Wort an Sie persönlich. Gott verstößt – und nun setzen Sie Ihren Namen ein! – Gott verstößt Sie nicht um seines großen Namens willen.
Er fängt heute neu an mit Ihnen. Nicht weil Sie sich bessern. Nicht weil Sie plötzlich ganz anders wären. Sondern um seines großen Namens willen.