04.11.2026 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Von hinten gelesen

Er zog mich aus der grausigen Grube, aus lauter Schmutz und Schlamm, und stellte meine Füße auf einen Fels, dass ich sicher treten kann;

Psalm 40,3

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Ich liebe die Psalmen. Ich bin begeistert vom Lieder- und Gebetbuch Israels. David, der produktivste und bedeutendste Psalmdichter, hat vor 3.000 Jahren virtuos mit den poetischen Regeln des Hebräischen gespielt.    

In Psalm 40 singt der Mann von einer bedrückenden persönlichen Erfahrung und beschreibt, wie Gott ihn gerettet hat. Zitat: „Er zog mich aus der todbringenden Zisterne, aus dem ganzen Schlamm und Dreck. Er stellte meine Füße auf einen Felsen und gab meinen Tritten festen Halt.“   

Verständlich wird die Sache, wenn ich die Zeilen von hinten nach vorne lese. Warum ist das wichtig, dass ich beim Auftreten festen Halt habe? Was macht den Unterschied, ob die Füße auf einem Felsen stehen oder nicht?    

Klare Sache: Wer buchstäblich im Dreck steckt, gefangen in einer Zisterne, die sich nach oben verjüngt, der oder die braucht einen Retter. Jemand muss die oder den Gefangenen rausziehen aus dem Schlammloch. Und die oder der ist dann verständlicherweise überglücklich, wenn die Füße wieder auf festem Boden stehen, nicht mehr abrutschen an schlüpfrigen Wänden.   

Meine verschlammte Zisterne, mein Verlies kann ich genau benennen. Und die Suche nach festem Halt kenne ich auch. Ich bin mir sicher: den meisten Menschen geht es so, jede und jeder kann sich einen Reim auf dieses Bild machen.   

Gut zu wissen, dass Davids Gott, der Gott Israels, der Vater Jesu Christi, auch heute noch Menschen aus dem Sumpf zieht und ihre Füße wieder auf stabilen Grund stellt. 

Autor/-in: Markus Baum