15.12.2023 / Bibel heute

Verheißung der Herrlichkeit Gottes in aller Welt

Denn so spricht der HERR, der den Himmel geschaffen hat – er ist Gott; der die Erde bereitet und gemacht hat – er hat sie gegründet; er hat sie nicht geschaffen, dass sie leer sein soll, sondern sie bereitet, dass man auf ihr wohnen solle: Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr. Ich habe nicht im Verborgenen geredet an einem finstern Ort der Erde; ich habe nicht zu den Söhnen Jakobs gesagt: »Sucht mich vergeblich!« Denn ich bin der HERR, der von Gerechtigkeit redet und verkündigt, was recht ist. Versammelt euch und kommt miteinander herzu, ihr Entronnenen der Völker. Keine Erkenntnis haben, die sich abschleppen mit den Klötzen ihrer Götzen und zu einem Gott flehen, der nicht helfen kann.[...]

Jesaja 45,18–25

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Liebe Hörer, wer nach dieser Andacht sich die Mühe macht und das ganze 45. Kapitel des Jesajabuchs liest, wird ganz neu in seinem Glauben an den einen Gott ermutigt und gestärkt.

Gott selbst erklärt durch den Propheten Jesaja wer er ist und wie er ist. Er weist auch deutlich darauf hin, wer der Schöpfer der Welt ist und auch wer Sie und mich geschaffen hat.

Dieser Gott steht über allen Völkern und behält auch die Kontrolle über allem, was heute stattfindet und in der Zukunft noch geschehen wird. Insgesamt 6-mal macht er uns darauf aufmerksam, dass er der Herr ist und sonst keiner. Wenn diese Behauptung wahr ist, und davon bin ich persönlich überzeugt, dann ist das ein Weckruf an jeden Menschen, der über diese Erde geht.

Vor kurzem habe ich jemanden beerdigt, der nicht bereit war diesem Herrn zu folgen. Sein Gott war das Geld, so hat man mir vorher erzählt. Neunundneunzig Jahr hatte er Zeit sich diesem Herrn zuzuwenden. Er hat aber die Einladung Gottes bis zuletzt ignoriert oder sogar von sich gewiesen.

Was soll man da im Angesicht des Todes an Trost den Hinterbliebenen mitteilen? Macht euch um den Verstorbenen keine Sorgen. Er ist nun in Gottes Hand. Und Gott ist ja ein Gott der Liebe, der nicht will, dass jemand verloren geht. Er wird schon irgendwie Gnade vor Recht ergehen lassen? So ähnlich habe ich es bei Beerdigungen auch schon erlebt.

Ich habe dann den vielen Verwandte und Bekannten, denen der Tod noch bevorstand, vom Heiland und Erlöser erzählt. Von Jesus Christus, der zu uns in die Welt gekommen ist; der für unsere Schuld am Kreuz von Golgatha sein Blut vergossen hat, der gestorben und auferstanden ist und der uns den ewigen Gott geoffenbart hat. Dieser Jesus Christus wird hier unserem heutigen Text beschrieben. Er ist der Heiland und Erlöser der Welt. Er ist der Herr, der Himmel und Erde geschaffen hat. Er ist Gott, der die Erde bereitet und gegründet hat. Mit vollem Recht kann er auch deshalb behaupten: „Ich bin der Herr, und sonst keiner mehr.“

Und dieser Herr lädt Sie und mich ein, ihn zu suchen. Und er will sich von Ihnen und mir finden lassen. Denn er ist nicht ferne von einem jeden von uns. Wer ihn ernstlich sucht, wird ihn finden. Viele Menschen haben das im Lauf der Geschichte bezeugt. Im Neuen Testament ruft Jesus Christus den Menschen zu: „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan.“ Und: „Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben.“

In unserem Text wird der Herr auch als der beschrieben, der von Gerechtigkeit redet. Auch das trifft auf Jesus Christus zu. Ja er redet nicht nur von Gerechtigkeit, sondern ist selbst der Gerechte, der für die Ungerechtigkeit der ganzen Menschheit gestorben ist. Und jetzt wird dem, der an Jesus Christus glaubt, diese Gerechtigkeit angerechnet. Es ist die einzige Gerechtigkeit, die vor Gott gilt.

Das ist die frohe Botschaft des Evangeliums: wir müssen uns nicht mehr ein Leben lang abmühen, um dann vielleicht vor Gott als Gerecht zu erscheinen. Wir werden gerecht gesprochen durch den Glauben an den, der den Sünder gerecht macht. Und das ist Jesus Christus, unser Herr. Der Apostel Paulus war von dem Opfertod Jesu so beeindruckt, dass er später an die Philipper schrieb: „Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über allen Namen ist.“

Wir leben heute in einer sehr offenen und angeblich toleranten Gesellschaft. Da passt so ein Herr und Gott gar nicht mehr so richtig rein. Mit der so radikalen Behauptung aus dem Alten Testament könnte man vielleicht noch leben. Doch Gott der Herr hat sich in keinster Weise geändert. Jahrhunderte nach diesem prophetischen Wort Jesajas kam dieser Herr zu uns in unsere Welt und behauptete nicht weniger radikal von sich: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, denn durch mich.“

Das hat die damaligen frommen Gesetzeslehrer genauso provoziert, wie es das heute noch tut. In unserem Text spottet Gott über die selbstgemachten Götzen, die die Menschen anfertigen und dann mit sich herumschleppen. Gott nennt diese Götzen Klötze. Für die Menschen sind sie, wie der sprichwörtliche Klotz am Bein. Damit kommt man nicht weit. Auf jeden Fall nicht in den Himmel.

Und weiter im Text weist der Herr darauf hin, dass er schon immer war. Er ist Gott und Heiland zugleich. Und außer ihm ist keiner. Ausgeschlossen sind alle selbstgemachten Götzen und Gottesvorstellungen der Menschen. Nach diesem dringenden Appell, nach diesem Weckruf, kommt die freundliche Einladung Gottes: „Wendet euch zu mir, so werdet ihr selig, aller Welt Enden. Denn ich bin Gott und sonst keiner mehr.“ Das deckt sich mit der liebevollen Einladung, die später von Jesus Christus ausgesprochen wird: „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch Ruhe geben für eure Seelen.“ Diese Einladung aber ist nicht beliebig.

Sie ist die einzige Möglichkeit, um von der ewigen Verlorenheit gerettet zu werden. Wer sich diesem Ruf Gottes widersetzt, der muss folgerichtig für alle Ewigkeit Schaden nehmen. Kein Mensch kann sich durch gute Werke retten. Selbstgerechtigkeit zählt bei Gott nicht. Das galt damals für das auserwählte Volk und das gilt auch heute noch für jeden Menschen.

Ohne Ausnahmen werden Menschen gerecht vor Gott durch den Glauben an Jesus Christus. Er ist als Gerechter für die Ungerechten, für ihre Sünden, gestorben. Nun wird den Menschen, die an ihn Glauben, seine Gerechtigkeit angerechnet. Und so schließt das 45. Kapitel des Jesajabuchs mit den Worten, das diejenigen, die dem Ruf Gottes zur Umkehr folgen, sich nun in dem Herrn rühmen können. Auch das deckt sich mit den Aussagen im Neuen Testament. Der Apostel Paulus schreibt den Christen in Rom: „Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn.“

Abschließend stelle ich fest: Dem Propheten Jesaja wird ein weiter Blick in die Zukunft ermöglicht. Wir dürfen gerade in vielen seiner Prophezeiungen Jesus Christus erkennen.

Autor/-in: Pastor Walentin Schüle