19.01.2022 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Unterschätzt

Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

Matthäus 5,7

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Vor knapp 2.000 Jahren ist Jesus von Nazareth durch Galiläa gewandert und hat Massen von Menschen angezogen mit dem, was er zu sagen hatte. Hochkonzentriert finden sich seine Lehren in der Bergpredigt, die der Evangelist Matthäus überliefert hat. Und womit beginnt die Bergpredigt? Mit den Seligpreisungen. Neun an der Zahl.

In jeder einzelnen Seligpreisung bescheinigt Jesus einer bestimmten Gruppe von Menschen, dass sie Gottes besondere Aufmerksamkeit haben, und behauptet: Gott wird sich darum kümmern, dass es ihnen gut geht und sie sich glücklich schätzen können. Die Armen, die Trauernden, die Gewaltlosen, Menschen, die sich nach Gerechtigkeit sehnen, die Frieden stiften und sich um Versöhnung bemühen. Arglose Menschen mit reinem Herzen. Verfolgte und Angefeindete. Und mittendrin, als Nummer 5 von 9, erwähnt Jesus Menschen mit einer ganz besonderen inneren Haltung: Sie sind barmherzig. „Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.“

Was haben barmherzige Menschen gemeinsam mit den Armen, Trauernden, mit schlichten Gemütern und Friedensstiftern: Sie werden chronisch unterschätzt in dieser Welt der ausgefahrenen Ellenbogen.

Die Logik dieser Welt ist unbarmherzig. Wer auf andere achtet und sich nicht nur um sich selbst sorgt, wer Gestrauchelten aufhilft und Hilfesuchenden nicht die Tür zuschlägt, hat oft das Nachsehen. Gottes Sichtweise ist ganz anders: Die Barmherzigen werden Barmherzigkeit erlangen. Gott hat sie ins Herz geschlossen. Und an Jesus können wir uns abschauen, wie das geht: Andere Menschen barmherzig wahrnehmen und behandeln.

Autor/-in: Markus Baum